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Verkehr
11/04/2014

Öffi-Einkäufe unter der Lupe

Die Grünen kritisieren, das Land bestelle bei den ÖBB zu wenig Zugverbindungen.

von Matthias Hofer

"Die ÖBB bieten ja viel mehr an. Das Land müsste vom Angebot nur Gebrauch machen." Amrita Enzinger, Verkehrssprecherin der Grünen beruft sich auf den Verkehrsdienstevertrag (VDV), wenn sie Niederösterreichs Bemühungen in Sachen Öffis als ungenügend einstuft. In dem Vertrag wird vereinbart, welche Leistungen – sprich welche Verbindungen, wie viele Züge etc. – das Land jährlich von den ÖBB einkauft. "Und das Land kauft von 100 Prozent Angebot nur 30 Prozent ein", bilanziert Enzinger. "Viel zu wenig für ein vernünftiges Angebot an öffentlichem Verkehr."

Kosten

Dem KURIER hat Enzinger ÖBB-Papiere vorgelegt, in denen Kosten für einzelne Leistungen aufgelistet sind. So kostet ein 15-Minuten-Takt auf der Schnellbahn S7 zwischen Wien und Schwechat, der 60 Züge zur Verdichtung erfordert, 1,1 Millionen Euro pro Jahr. Der selbe Zugtakt auf der S10 von Gänserndorf nach Wien kostet 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Auf der Strecke Wien-Krems-Gmünd sind zwei Zugpaare zur Hauptverkehrszeit (je eines in der Früh und eines am Abend) um 68.000 Euro pro Jahr zu haben. "Das sind doch alles keine ausufernden Beträge", sagt Enzinger. "Wenn man die 173 Millionen Euro der Zwettler Umfahrung nehmen würde, könnte man von Wien nach Gmünd die nächsten 50 Jahre im Halbstunden-Takt fahren."

Ein Vergleich der für Verkehrslandesrat Karl Wilfing nicht zulässig ist. "Das Land investiert bis 2019 2,5 Milliarden Euro in den Öffentlichen Verkehr und 1,8 Milliarden Euro in den Straßenbau." Den Vorwurf, er kaufe bei den ÖBB zu wenig ein, weist Wilfing zurück: "Wir investieren jährlich rund 30 Millionen Euro in den VDV." Nicht alle angebotenen Optionen seien umsetzbar. "Eine Taktverdichtung Richtung Gänserndorf ist aufgrund der überlasteten Wiener Stammstrecke nicht möglich."

Die Grünen wiederholen auch ihre 2013er-Forderung nach einem 365-Euro-Jahresticket nach Wiener Vorbild. Auch dieses solle durch Weglassen von Straßenprojekten finanziert werden. Der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) bezifferte die Kosten dafür immer mit rund 100 Millionen Euro in der Anlaufphase.

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