Notruf NÖ zieht Bilanz: 2025 gab es 1,7 Millionen Kontakte
Bilanz über die Einsätze in NÖ (Symbolbild)
Zusammenfassung
- Notruf Niederösterreich verzeichnete 2025 fast 1,7 Millionen Kontakte, mit weniger Notarzteinsätzen und mehr Gesundheitsberatungen.
- Die gezielte Patientensteuerung führte zu einem Rückgang der Notarzteinsätze um vier Prozent und weniger Krankentransporten, während Rettungseinsätze konstant blieben.
- Die IT- und Leitstelleninfrastruktur wurde modernisiert und die Blackout-Resilienz durch redundante Kommunikationswege gestärkt.
Notruf Niederösterreich hat im Jahr 2025 fast 1,7 Millionen Kontakte registriert. Einen Rückgang gab es bei den Notarzteinsätzen.
Die Anzahl der Gesundheitsberatungen nahm um sieben Prozent auf knapp 100.000 zu, wurde anlässlich einer Pressekonferenz am Dienstag Bilanz gezogen. "Nicht jeder Anruf braucht ein Krankenhaus - aber jeder Mensch braucht die richtige Versorgung", betonte Christian Fohringer, Geschäftsführer von Notruf Niederösterreich.
Patientensteuerung beginne am Telefon, hielt Fohringer fest. Hier werde frühzeitig eingeschätzt, welche Form der Versorgung tatsächlich nötig ist. Gerade außerhalb der Ballungszentren brauche es Strukturen, die rasch entscheiden, welche Hilfe notwendig ist und wie sie am effizientesten organisiert werden kann, betonte Landesrätin Eva Prischl (SPÖ).
Wie oft Notärzte alarmiert wurden
Die gezielte Steuerung wirke sich direkt aus. Bei 44.000 Vorfällen wurden im Vorjahr Notärzte alarmiert. Hier gab es ein Minus von rund vier Prozent, bei gleichbleibender Zahl an Notfallrettungseinsätzen. "Notärztinnen und Notärzte stehen damit dort zur Verfügung, wo sie wirklich gebraucht werden", betonte Prischl. Notruf Niederösterreich setze den Grundsatz "Digital vor ambulant vor stationär" um, der in einem modernen Gesundheitssystem nötig sei, hob Landesrat Martin Antauer (FPÖ) hervor.
Mit exakt 1,688.602 lag die Zahl der Kontakte 2025 niedriger als im Jahr davor (1,892.918). Rund 1,3 Millionen davon erfolgten telefonisch, die Zahl der Online-Kontakte etwa über Chatservices und elektronische Transportanmeldungen stieg auf knapp 383.000.
Weniger Transporte
Während die Zahl der Krankentransporte um etwa zehn Prozent auf um die 715.000 zurückging, blieben die Rettungseinsätze mit rund 383.000 nahezu konstant. Die Leitstellenärztinnen und -ärzte sind seit dem Vorjahr rund um die Uhr im Dienst, sie betreuten 4.280 Einsätze telemedizinisch.
Knapp 13.000 Mal waren Interventionen durch Acute Community Nurses (ACN) erforderlich. Nur für rund 5.000 Personen - also etwa einem Drittel - war eine Hospitalisierung die optimale Lösung. Das bedeute, dass rund 20 Menschen pro Tag nach der Versorgung durch eine ACN nicht ins Krankenhaus mussten, rechnete Fohringer vor.
IT und Leitstelle modernisiert
2025 sei die gesamte IT- und Leitstelleninfrastruktur modernisiert worden, berichtete Josef Schmoll, Geschäftsführer von Notruf Niederösterreich. Auch die Blackout-Resilienz wurde weiter gestärkt: Redundante Kommunikationswege über Satellit, Pager und Funk stellen laut Schmoll Handlungsfähigkeit auch bei großflächigen Ausfällen sicher.
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