Weinviertler Mobilfunker keltert Wein mit Fokus auf Reife und Qualität
Franz und Andrea Pichler sind unter die Weinbauern gegangen: Seit wenigen Jahren gibt es den Spusu-Wein, der schon einige Erfolge erzielen konnte.
„Wein in bester Qualität war unser Ziel“, sagt Spusu-Chef Franz Pichler im 39. Stock des Wiener DC Towers mit Blick über die Donau. Der Jahrgang 2022 ist der erste Spusu-Wein. „Beim Global Wine Master in London wurden wir bei einer Blindverkostung Sieger“, erzählt der Mobilfunker, dass gleich der erste Jahrgang ein Erfolg war.
Pichler und seine Frau Andrea brachten ein Grundwissen über das Keltern von Wein aus den elterlichen Betrieben mit, machten dann aber beide noch eine entsprechende Ausbildung. Trotzdem ist jetzt Pichlers Nichte Veronika für den Wein zuständig. Dafür „haben wir uns in einen Betrieb in Eibesthal eingemietet“, berichtet der Spusu-Chef. Zehn Hektar sollten bewirtschaftet werden. „Heute haben wir etwa 20“, muss er lachen.
Weingut Hahn gehört zu Spusu
Wie ist das passiert? Zu den Weingärten in Eibesthal im Bezirk Mistelbach kamen jene in Hohenruppersdorf (Bezirk Gänserndorf) dazu: „Winzer Pauli Hahn hat keinen Nachfolger, aber Spitzenwein“, beschreibt Pichler, wie die Zusammenarbeit zustande kam. Der Name Hahn bleibt auf den Etiketten erhalten.
Veronika Pichler wird also von dem erfahrenen Winzer Paul Hahn unterstützt, kann sich aber auf eine weitere Expertise verlassen: „Mario Vock ist doppelter Europameister der Weinbauschulen, er arbeitet bei uns“, erzählt der Unternehmer. Vock gewann bei der Europe Wine Championship 2023 in Silberberg die Bewerbe Winegrowing, Winemaking sowie die Gesamtwertung.
Zum besseren Leben gehört guter Wein
Warum macht der Mobilfunker seit einigen Jahren nun auch Wein? „Unser Slogan ist: ‚Besser leben mit Spusu.‘ Dazu gehört für mich auch der Wein.“ Darum lag es für ihn auf der Hand, Spusu-Wein selbst zu keltern. In Weiß und Rot. Einen Spu-Sekko gibt es ebenfalls. „Der schmeckt pur, als Hugo oder Aperol“, erzählt der Firmenchef. Bald wird es das Getränk auch als Rosé geben - und in kleinen Flaschen.
Dieses Trio keltert die Spusu-Weine und auch jene vom Weingut Hahn (v.l.): Winzer Paul Hahn, Veronika Pichler und Doppeleuropameister Mario Vock.
Die Weinlese erfolgt per Hand, als Teambuilding für die Mitarbeiter. Wer will, darf im Herbst zur Weingartenschere greifen. „Handlese hat eine sehr hohe Tradition und Qualität. Da können wir schon gut vorselektieren“, erklärt Pichler. Eingeschult und gecoacht, damit der hohe Anspruch erfüllt werden kann, werden die Freiwilligen von Veronika Pichler. Das gilt nur für die Spusu-Weine, im Weingut Hahn wird weiterhin mit der Maschine gelesen.
Mistelbacher Garnisonswein kommt von Spusu
Das österreichische Weinjournal Vinaria hat den Pinot Blanc von Spusu und das „Sommergewitter“ vom Weingut Hahn ausgezeichnet. „Wir sind das einzige Weingut, das mit zwei Weinen ausgezeichnet wurde“, sagt Pichler stolz. Außerdem feierte Spusu heuer schon einige Premieren: Der Betrieb war erstmals im März in der Wiener Hofburg bei der DAC-Präsentation anzutreffen. Und: Der diesjährige Garnisonswein der Kaserne Mistelbach kommt ebenfalls von Spusu. „Einige Weine wurden verkostet und wir wurden ausgesucht, darauf sind wir sehr stolz“, berichtet Pichler, den seit einigen Jahren eine Partnerschaft mit dem Bundesheer verbindet.
Qualität soll bleiben
Das Ziel ist ganz klar: „Wir wollen den Wein in dieser Qualität beibehalten“, so Pichler, der selbst am liebsten den Spusu-Wein „The First“ trinkt. Außerdem will sich der Mobilfunker mit seinem Team auf Lagenweine konzentrieren, also reife und ältere Weine. „Sensationell, was uns in so kurzer Zeit gelungen ist“, ist Pichler auf die bereits eingefahrenen Erfolge stolz.
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