© DANIELA MATEJSCHEK

Chronik Niederösterreich
12/30/2021

NÖ: Projekt hilft beim Wiedereinstieg ins Berufsleben

Durch das Projekt „Jobchance" kann nach längerer Erwerbslosigkeit wieder Fuß am Arbeitsmarkt gefasst werden.

von Johannes Weichhart

Als Elke Schiedlbauer aus Pölla im Bezirk Zwettl Mutter wurde, änderte sich ihr Leben. Zehn Jahre lang widmete sich die heute 43-Jährige ausschließlich der Erziehung ihres beeinträchtigten Sohnes und ihrer Tochter.

Im Sommer 2020 fällte Schiedlbauer schließlich eine Lebensentscheidung. Sie fühlte, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war, um ins Berufsleben zurückzukehren. Sie hatte bereits in den verschiedensten Bereichen Erfahrungen sammeln können, war bei der Post, am Bau, in der Pflege oder auch als Malerin und Anstreicherin tätig. Nun war der Wunsch immer größer geworden, auch im Beruf für andere Menschen da zu sein.

Doch der Wiedereinstieg ins Berufsleben gestaltet sich vor allem für jene, die lange nicht erwerbstätig waren, schwierig. Schiedlbauer nahm deshalb bei „Jobchance“ teil, einem Projekt, das gemeinsam vom AMS Niederösterreich und der MAG Menschen und Arbeit GmbH ins Leben gerufen wurde.

Fixanstellung

So konnte der erste Schritt in Richtung des neuen Arbeitsplatzes gesetzt werden: Der Kindergarten der Gemeinde Pölla war auf der Suche nach einer Kinderbetreuerin. Die zweifache Mutter konnte schon im September 2020 dort beginnen – vorerst als befristet überlassene Arbeitskraft. Ihre MAG-Betreuerin Michaela Fauland empfahl ihr die Ausbildung zur Kinderbetreuerin. Diese absolvierte die 43-Jährige nach der regulären Ausbildung und dem verpflichtenden Praktikum im Mai 2021. Schließlich wurde sie von der Gemeinde Pölla fix als Kinderbetreuerin im örtlichen Kindergarten übernommen.

„Es ist so ein tolles Gefühl, nach zehn Jahren wieder im Berufsleben anzukommen“, schwärmt Schiedlbauer. „Nach den Höhen und Tiefen in meinem Leben hat letztendlich alles wunderbar funktioniert – vom Projekteinstieg über die Qualifizierung bis zur Fixanstellung“, so die Kinderbetreuerin.

Förderprogramm übernimmt Teile der Lohnkosten

Das Projekt „Jobchance“ richtet sich an Gemeinden oder gemeinnützige Organisationen. Dabei leisten diese einen pauschalen Kostenbeitrag von 400 Euro für eine Vollzeit-Arbeitskraft monatlich, befristet auf vier Monate.

Die Vermittlung erfolgt über das AMS NÖ direkt an die MAG Menschen und Arbeit, die dann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei sich angestellt und bei laufender sozialpädagogischer Betreuung an einen interessierten Arbeitgeber überlässt. Dabei übernehmen die Fördergeber – Land und AMS – über die 400-Euro-Pauschale hinaus sämtliche Lohn- und Lohnnebenkosten.

„Im Jahr 2021 gab es bisher 180 fixe Übernahmen“, halten Arbeitsmarkt-Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) und AMS-NÖ-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich fest. „Bei derzeit knapp 44.000 Arbeitslosen leisten Projekte wie ,Jobchance’ einen wertvollen Beitrag, um Menschen in Beschäftigung zu bringen.“ Dafür nehmen Land NÖ und AMS rund 8,9 Millionen Euro in die Hand.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.