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Chronik Niederösterreich
05/22/2020

NÖ: Land beteiligt sich an der Porsche-Fern-Fachhochschule

Mit 26 Prozent steigt das Land Niederösterreich bei der Ferdinand-Porsche-Fern-FH in Wiener Neustadt ein.

von Martin Gebhart

Als am 16. März wegen der Corona-Krise Beschränkungen wirksam geworden sind, hatte eine Fachhochschule die wenigsten Probleme damit, dass ab diesem Zeitpunkt die Hörsäle leer bleiben mussten: die Ferdinand-Porsche-Fern-Fachhochschule in Wiener Neustadt. Dort war das Distance Learning auch davor schon gelebte Praxis. Neu ist nun allerdings, dass das Land Niederösterreich in diese Fachhochschule einsteigt.

Der Schritt ist bemerkenswert, weil die FernFH eigentlich aus der Wiener Neustädter Fachhochschule heraus gegründet und entwickelt worden war. Von dort hatte sie der Vater dieser ersten FH Österreichs, Werner Jungwirth, herausgekauft und auf eigenständiger Basis betrieben. Jetzt allerdings übernimmt das Land 26 Prozent davon.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) begründet diesen Schritt des Landes so: „Wir wissen schon länger, wie wichtig die Digitalisierung im Hochschulbereich ist, daher begrüßen wir in Niederösterreich solch zukunftsweisende Entwicklungen. Es freut mich besonders, dass die FernFH im Bereich Distance Learning in Österreich eine bedeutende Vorreiterrolle einnimmt, denn flexibles und ortsunabhängiges Lehren, Lernen und Arbeiten wird in Zukunft nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein.“

Zufrieden zeigt sich auch Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP), weil die Ferdinand-Porsche-FernFH Österreichs einzige auf Fernstudien ausgerichtete Fachhochschule sei. Und damit ein wichtiger Bestandteil der Hochschullandschaft.

900 Studierende

„Durch die Beteiligung des Landes wird die Fachhochschule weiter aufgewertet und langfristig hier am Standort gesichert“, sagt Schneeberger.

Aktuell zählt die FernFH über 900 Studierende in fünf Studiengängen. Das Angebot umfasst drei Bachelor- und zwei Masterstudiengänge. Darunter Bereiche wie Betriebswirtschaft, Wirtschaftspsychologie oder Wirtschaftsinformatik. Die Lehre basiert auf dem „Blended Learing“-Prinzip. Dabei werden Fernstudienphasen mit geblockten Präsenztagen kombiniert. Das Fernstudium kann zu einem Großteil im Online Campus absolviert werden. Was ein Studieren neben Beruf und Familie um einiges leichter möglich macht.

Laut Geschäftsführer Axel Jungwirth soll mit dem Land die Expertenrolle in diesem Bereich ausgebaut werden. „Wir fokussieren hier auf die Bereiche Technologie, Didaktik, wissenschaftliche Weiterentwicklung der Distance Learning-Methode und digitale Transformation“, sagt Jungwirth.

Die Beteiligung des Landes fußt auf der Empfehlung des Landesrechnungshofes, sich an den Fachhochschulen zu beteiligen. Neben der FernFH ist das Land auch an den Fachhochschulen Wiener Neustadt und St. Pölten mit 26 Prozent mit an Bord. Womit derzeit nur noch die Fachhochschule Krems in diesem Reigen fehlt.