Chronik | Niederösterreich
28.11.2017

NÖ: Beißender Geruch in der Klasse

Schüler klagen über Kopfschmerzen. Eltern fordern umfassende Maßnahmen.

Ein neuer containerähnlicher Zubau als Ausweichquartier für insgesamt acht Klassen im Innenhof des Gymnasiums in der Withalmstraße in Wolkersdorf, Bezirk Mistelbach, sorgt für Aufregung. Erst jetzt haben Eltern in einem Brief des Direktors erfahren, dass es darin seit September Probleme mit der Raumluft gibt.

Mehrere Schüler würden seither über Kopfschmerzen und Übelkeit klagen. Grund dafür soll ein chemisch stechender Lackgeruch sein. Während die Eltern um die Gesundheit ihrer Kinder bangen und Sofortmaßnahmen fordern, versucht der Elternverein zu beruhigen; es sei keine Gesundheitsgefährdung festgestellt worden.

Dennoch sind Mütter und Väter verärgert darüber, dass sie erst Wochen nach dem Auftreten des Problems informiert wurden. "Jetzt ist mir klar, warum mein Sohn regelmäßig Kopfschmerzen hatte. Ich hab’ auch schon mit anderen Eltern gesprochen, die sind deswegen zum Arzt gegangen, weil sie vermuteten, dass eine Krankheit die Ursache dafür ist", erzählt eine besorgte Mutter, die anonym bleiben will. Seit Schulbeginn sei in allen Containerklassen ein beißender Geruch spürbar. Zwar hätte der Direktor reagiert, weshalb der Landesschulrat eine Überprüfung der Raumsituation in Auftrag gegeben hätte. Doch "dass die Kinder immer noch in diesen Räumen dünsten müssen und es kein Krisenmanagement gibt, ist untragbar", sagt die Mutter.

Lüftungsplan

Seit wenigen Tagen liegt der Schulleitung das Gesamtgutachten vor, in dem sinngemäß nachzulesen steht, dass bei den gemessenen Werten durch Lüftungsmaßnahmen "akute und chronische Beeinträchtigungen von Gesundheit und Wohlbefinden" auszuschließen seien. "Die gemessenen Daten haben ergeben, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden. Die Lehrer sollen jetzt darauf achten, dass der neu erstellte Lüftungsplan eingehalten wird", sagt Andrea Kerbl, Obfrau des Elternvereins. Via Facebook machen weitere Mütter ihrem Ärger Luft: Stündliches Lüften könne vor allem in den Wintermonaten keine Dauerlösung sein: Die Kinder seien jetzt oft erkältet.

Sollte es wirklich gesundheitsschädigende Zustände geben, müsse die Bundesimmobiliengesellschaft ( BIG) unverzüglich Ersatzklassen bereit stellen, "da wir die Container von der BIG angemietet haben", sagte Fritz Lengauer, Sprecher des Landesschulrats. Montagabend war eine Sitzung noch im Gang.