Für eine Krankmeldung muss man bald wieder persönlich zum Arzt

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Niederösterreich
01/15/2021

Niederösterreichischer Arzt unter Missbrauchsverdacht

Anästhesist soll sich an Jugendlichen vergangen haben. Der Dienstgeber erfuhr nichts von den Vorwürfen.

von Patrick Wammerl

Ein Arzt aus Niederösterreich steht unter Missbrauchsverdacht. Der Mann soll sich an zwei Jugendlichen vergangen haben. "Es läuft ein Ermittlungsverfahren", bestätigte Friedrich Köhl, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, am Freitag einen Bericht der Tageszeitung "Heute". Ins Rollen gekommen war der Fall nach Anzeigen im Herbst des Vorjahres.

Ermittelt wird in der Causa laut Köhl wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person sowie Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses. Weitere Angaben machte der Sprecher nicht.

Jugendleiter bei Feuerwehr

Laut Informationen des KURIER soll der Arzt seine Stellung als Jugendleiter einer Feuerwehr im Bezirk Tulln schamlos ausgenutzt haben und Mädchen durch Grapschen und unsittliche Berührungen sexuell missbraucht haben. Das alles habe sich im Zuge der Nachwuchsarbeit bei der Feuerwehr zugetragen.

Nachdem der Fall im vergangenen Herbst bekannt geworden ist, habe der NÖ Landesfeuerwehrverband sofort die notwendigen Konsequenzen gezogen, sagt Sprecher Franz Resperger. „Er ist freilich nicht mehr bei der Feuerwehr tätig“. Noch bevor der Mediziner suspendiert werden konnte, habe er von selbst alle Funktionen niedergelegt.

Spital nicht informiert

Das gilt allerdings nicht für seine Tätigkeit als Anästhesist in einem großen Wiener Spital. Dort erfuhr man erst am Freitag aus den Medien von den schweren Vorwürfen und bereits wochenlang andauernden Ermittlungen. „Wir wurden bis dato nicht darüber in Kenntnis gesetzt“, sagt ein Krankenhaussprecher zum KURIER.

Laut Staatsanwaltschaft habe man zuerst den Ausgang der Ermittlungen abwarten wollen. Nachdem sich der Verdacht gegen den Mann nun erhärtet habe, werde der Dienstgeber ohne Zeitverzug informiert, erklärt Köhl. Der Anästhesist befindet sich auf freiem Fuß. Man rechnet demnächst mit einer Anklage. 

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