Wenn die Natur spricht: Neues Festival in St. Pölten startet

Drei Tage lang dreht sich alles um das Verhältnis von Mensch und Natur – mit Musik, Diskussionen und Naturerlebnissen.
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Zusammenfassung

  • Das Festival „Stimmen der Wildnis“ in St. Pölten widmet sich vom 24. bis 26. April der Beziehung zwischen Mensch und Natur mit Konzerten, Vorträgen und Naturerfahrungen.
  • Im Zentrum stehen naturkundliche Spaziergänge, Diskurse über das Verhältnis von Mensch und Natur sowie kreative Workshops für Kinder und Jugendliche.
  • Höhepunkt ist das „Parlament der Wildnis“, bei dem junge Menschen und Experten über die Rechte der Natur diskutieren und neue Perspektiven eröffnen.

Globart bringt seit 1997 Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um neue Perspektiven auf die drängenden Fragen unserer Zeit zu eröffnen. Mit dem Festival „Stimmen der Wildnis“ entsteht nun in St. Pölten gemeinsam mit dem Museum Niederösterreich ein Format, das den Fokus ganz auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur legt.

Wie die letzten Urwälder der Erde klingen

Von 24. bis 26. April verwandelt sich die Stadt in einen Schauplatz für Klang, Austausch und Naturerfahrung. Drei Tage lang reicht das Programm von Konzerten über Impulsvorträge bis hin zu Filmvorführungen. Eröffnet wird das Wochenende mit einem besonderen Abend: Ein Vortrag über die Klangwelten der letzten Urwälder der Erde trifft auf die Stimmen des Momentum Vocal Music Ensembles.

Am Samstag geht es hinaus ins Grüne. Ein naturkundlicher Spaziergang entlang der Traisen lädt dazu ein, die heimische Tierwelt neu zu entdecken. Welche Lebewesen bewegen sich am Uferrand? Und wie gut kennen wir sie wirklich? Unter fachkundiger Begleitung wird der vertraute Naturraum zur Entdeckungsreise.

Verhältnis von Mensch und Natur

Neben dem Spaziergang entlang der Traisen stehen Gespräche über das Verhältnis von Mensch und Natur im Zentrum. Die Kulturanthropologin Bettina Ludwig etwa widmet sich der Frage, wozu der Mensch im Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur fähig ist.

Auch jüngere Besucherinnen und Besucher werden eingebunden: Workshops, Lesungen und kreative Formate eröffnen einen spielerischen Zugang zur Natur. Damit versteht sich das Festival nicht nur als Diskursraum, sondern auch als Ort des Mitmachens und Entdeckens.

Parlament der Wildnis

Seinen Höhepunkt erreicht das Wochenende am Sonntag mit einem ungewöhnlichen Experiment: dem „Parlament der Wildnis“. Unter dem Vorsitz der Juristin Irmgard Griss verhandeln junge Menschen gemeinsam mit Expertinnen und Experten die Rechte der Natur – ein Versuch, jenen eine Stimme zu geben, die im politischen System sonst nicht gehört werden.

Flankiert wird dieser Programmpunkt von weiteren Formaten wie einem „Early Bird Walk“, bei dem Teilnehmerinnen und Teilnehmer frühmorgens Vogelstimmen lauschen, sowie einer Klangwerkstatt für Kinder. Das Besondere: Das Festival verteilt sich über mehrere Orte in St. Pölten – vom Museum Niederösterreich über den Sonnenpark bis zum ehemaligen Glanzstoff-Areal. Jeder dieser Schauplätze steht für eine eigene Perspektive auf Natur und ihren Platz in der Stadt.

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