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Nach Neuwahl: Neunkirchen hat eine neue Stadtregierung

Nach dem turbulenten politischen letzten Jahr einigten sich ÖVP und SPÖ auf eine Zusammenarbeit.
vier Männer sitzen an einem Tisch.

Zusammenfassung

  • ÖVP und SPÖ haben sich nach der Neuwahl 2026 in Neunkirchen auf eine Zusammenarbeit geeinigt, wobei Peter Teix Bürgermeister bleibt und Günther Kautz Vizebürgermeister sowie Finanzstadtrat wird.
  • Die Einigung folgt auf monatelange politische Turbulenzen, darunter Parteiausschlüsse, Rücktritte und Mandatsniederlegungen, die schließlich die Neuwahl notwendig machten.
  • Im gemeinsamen Arbeitsprogramm stehen finanzielle Stabilität, die Belebung der Innenstadt, Verkehrs- und Gesundheitsprojekte sowie stärkere Jugendbeteiligung im Mittelpunkt.

Nach dem Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Neuwahl Ende Mai 2026 stehen nun die Positionen und das gemeinsame Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre fest. Die Volkspartei rund um Bürgermeister Peter Teix setzte sich mit 1.571 Stimmen (31,69 Prozent) hauchdünn gegen die SPÖ durch, die mit Spitzenkandidat Günther Kautz auf 1.559 Stimmen kam. Lediglich zwölf Stimmen trennten die beiden Fraktionen.

Peter Teix, der das Bürgermeisteramt seit November 2025 innehat, bleibt damit Stadtoberhaupt. Eine Halbzeitlösung für das Bürgermeisteramt lehnte die Volkspartei in den Koalitionsverhandlungen ab. Um dem knappen Wahlergebnis dennoch Rechnung zu tragen, überlässt sie der SPÖ einen Stadtratssitz. 

Finanzressort bei SPÖ

Auch das Finanzressort, das ursprünglich vom bisherigen Stadtrat und ÖVP-Parteiobmann Armin Zwazl übernommen werden sollte, geht an die SPÖ. „Ich hätte das Finanzressort gerne übernommen. Aber die Zukunft Neunkirchens und eine stabile Zusammenarbeit sind wichtiger als Posten und Ämter“, begründete Zwazl diesen Schritt.

"Die vergangenen Monate haben unsere Stadt gefordert - und sie haben gezeigt, dass die Menschen kein Gegeneinander wollen, sondern verlässliche Politik, die Probleme löst."

von Peter Teix

Bürgermeister Neunkirchen

Die Einigung erfolgt vor dem Hintergrund turbulenter politischer Monate in Neunkirchen. Zehn Monate nach der Gemeinderatswahl 2025 wurden FPÖ-Vizebürgermeister Marcus Berlosnig und sechs weitere freiheitliche Mandatare wegen „Ungehorsams“ aus der Partei ausgeschlossen. Nur einen Monat später trat die damalige ÖVP-Bürgermeisterin Klaudia Osztovics zurück. Ihr designierter Nachfolger zog seine Kandidatur nach wenigen Tagen zurück, woraufhin der damalige Finanzstadtrat Peter Teix das Bürgermeisteramt übernahm. In weiterer Folge legten SPÖ und Grüne ihre Gemeinderatsmandate zurück, was schließlich Neuwahlen notwendig machte.

"Die vergangenen Monate haben unsere Stadt gefordert - und sie haben gezeigt, dass die Menschen kein Gegeneinander wollen, sondern verlässliche Politik, die Probleme löst", so Teix zusammenfassend. Auch Vizebürgermeister Günther Kautz (SPÖ) zeigt sich über die Übereinkunft erfreut: "Nur neun Stimmen haben uns getrennt. Mit einer Stichwahl um das Bürgermeisteramt hätten wir allerdings die neue Periode so begonnen, wie die alte aufgehört hat."

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Gemeinsam für politische Stabilität

Nun wollen Volkspartei und SPÖ gemeinsam für politische Stabilität sorgen. Künftig wird Günther Kautz das Amt des Vizebürgermeisters übernehmen und zugleich als Finanzstadtrat fungieren. Beide Parteien betonten bei der Präsentation ihrer Arbeitsübereinkunft, dass man nach den politischen Turbulenzen der vergangenen Monate wieder zu einer sachorientierten Zusammenarbeit zurückkehren wolle.

Inhaltlich setzt die neue Stadtregierung vor allem auf die Fortsetzung des eingeschlagenen Sanierungskurses der Gemeindefinanzen. Die Stadt soll finanziell handlungsfähig bleiben, größere Projekte sollen künftig transparent vorbereitet und auf ihre Finanzierbarkeit geprüft werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Belebung der Innenstadt. Geplant sind unter anderem die Sanierung der Musikschule, die Weiterentwicklung des Hauptplatzes sowie Maßnahmen zur Förderung von Veranstaltungen und Betriebsansiedlungen.

Besonderes Augenmerk auf Jugend

Auch Verkehrsthemen finden sich im gemeinsamen Arbeitsprogramm wieder. Das bereits begonnene Gesamtverkehrskonzept soll fertiggestellt werden, wobei Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden sollen. Auf der Agenda stehen außerdem die sogenannte Ritterkreuzung, die Ampelschaltungen entlang der B17 sowie Verbesserungen bei den Radwegverbindungen.

Rathaus in Neunkirchen

Jugendliche sollen ihre Anliegen und Ideen direkt in die Stadtpolitik einbringen.

Im Bereich Sicherheit sprechen sich die Koalitionspartner für ein „gezieltes und verhältnismäßiges Vorgehen“ aus. Die Prüfung einer Videoüberwachung an Orten mit wiederkehrenden Vandalismusvorfällen soll fortgesetzt werden. Gleichzeitig sollen weitere Maßnahmen erarbeitet werden, um das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum zu stärken. 

Ein besonderes Augenmerk wollen Volkspartei und SPÖ auf Jugend- und Generationenpolitik legen. Geplant ist die Einrichtung eines Jugendrates, der jungen Menschen die Möglichkeit geben soll, Anliegen und Ideen direkt in die Stadtpolitik einzubringen. Als erstes konkretes Projekt wird die Schaffung eines Jugendraums im Sporthaus geprüft.

Gesundheit weiterhin wichtig

Im Gesundheitsbereich sollen bestehende Initiativen ausgebaut werden. Vorgesehen sind die Wiedereinführung einer Gesundheitsmesse, regelmäßige Gesundheitsvorträge sowie eine Intensivierung der Aktivitäten im Rahmen der Programme „Tut gut!“ und „Gesunde Gemeinde“. 

Um die Zusammenarbeit dauerhaft abzusichern, vereinbarten die beiden Parteien zudem regelmäßige Abstimmungstreffen zwischen Bürgermeister und Vizebürgermeister, gemeinsame Fraktionssitzungen sowie jährliche Klausuren. Ergänzend sollen Ausschüsse und Arbeitskreise zentrale Projekte vorbereiten und begleiten.

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