Chronik | Niederösterreich
06.09.2018

Neues Jobprojekt für ältere Arbeitslose

Keine Kürzungen bei Arbeitsmarktprojekten.  Förderungen für Familien werden erhöht

Mit dem Blick auf den Arbeitsmarkt konnte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zum Abschluss der ÖVP-Regierungsklausur im Schneeberghof in Puchberg recht zufrieden Bilanz ziehen. Die Beschäftigungszahlen sind zuletzt gestiegen, die Arbeitslosigkeit ist um 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Dennoch wurden in der Klausur zwei neue Jobprojekte verabschiedet. Im Gegensatz zum Bund erklärte Mikl-Leitner, dass „die Gelder des Landes für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen nicht gesenkt werden“.

So will man heuer noch 600.000 Euro in die Hand nehmen, um in Wiener Neustadt Langzeitarbeitslosen und im Bezirk Gänserndorf Menschen über 55 Jahre ohne Job unter die Arme zu greifen. In Wiener Neustadt, wo besonders viele Langzeitarbeitslose gemeldet sind, wird „Job.im.Puls plus“ gestartet. Dabei übernimmt das Land 100 Prozent aller Lohn- und Lohnnebenkosten für sechs Monate, wenn ein Betrieb Langzeitarbeitslose aufnimmt. 35 Stunden pro Woche wird dann in dem Unternehmen gearbeitet, fünf Stunden sind für ein spezielles Coaching und Training reserviert. Im Bezirk Gänserndorf wird das Projekt „Job.Perspektive 55+“ gestartet. Hier zahlen Gemeinden und Vereine nur 150 Euro, wenn sie älteren Arbeitslosen eine Beschäftigung geben, den Rest übernimmt das Land. Sind die Initiativen erfolgreich, werden sie ab Jänner auf das ganze Bundesland ausgerollt.

Familienpaket

Da es mit dem Bund bezüglich der Gelder für den Ausbau der Kinderbetreuung eine Einigung gegeben hat, konnte in NÖ nun ein neues Familienpaket geschnürt werden. Darin enthalten sind 100 zusätzliche Kleinstkindergruppen sowie neue Förderhöhen, die bereits am Dienstag in der Landesregierung beschlossen werden: Die Unterstützung der Träger von Tagesbetreuungseinrichtungen wird jährlich von 17.500 auf 22.000 Euro erhöht. Die Hilfe der Eltern bei der Betreuung von Kleinstkindern (unter drei Jahren) wird verbessert, indem die Einkommensgrenze um 25 Prozent angehoben wird, sodass mehr Familien in den Genuss von maximal 300 Euro im Monat kommen können. Die Förderung für Tageseltern wird von 30 auf 37,5 Euro pro Tag erhöht.

Weitere Punkte der Klausur: Landesrat Martin Eichtinger muss eine neue Wohnbaustrategie vorlegen. Mikl-Leitner: „Wir müssen im Bereich Wohnen neue Antworten geben wie zum Beispiel mehr Mobilität, was den Wohnort betrifft, mehr Flexibilität, was die Wohnform betrifft, und auch höhere Standards, wenn es um Energieeffizienz geht.“ Landesrätin Petra Bohuslav soll eine Exportoffensive in China und Frankreich starten.