Die Arbeiten rund um die geplante Deponie sind in vollem Gange

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Markgrafneusiedl
07/07/2015

Neuer Anlauf für umstrittenen Marchfeldkogel

Die UVP wird nach eineinhalb Jahren fortgesetzt. Betreiber und Gegner auf Stimmenfang.

von Stefan Sailer

Gutachter, Behörden, Presse und interessierte Bürger warteten bereits gespannt auf die Einwände zum Deponieprojekt "Marchfeldkogel" in Markgrafneusiedl, Bezirk Gänserndorf. Für Ende Jänner 2014 war die öffentliche Verhandlung zum Projekt Marchfeldkogel angesetzt. Doch nach gerade einmal einer Minute wurde diese für unbestimmte Zeit abgebrochen.

Kommende Woche, knapp eineinhalb Jahre später, wird der zweite Anlauf unternommen. Die Errichtungsgesellschaft hat die Behörde um die Fortsetzung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ersucht. Und das Thema polarisiert wieder.

Das Projekt soll sich über eine Fläche von 112 Hektar erstrecken. Der Betrieb läuft mehr als 50 Jahre. Rund eineinhalb Millionen Tonnen Bauschutt soll pro Jahr aufgeschüttet werden. Sowohl Betreiber als auch Gegner des Projekts sind bemüht, die Stimmung zu beeinflussen.

Um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich noch einmal selbst über das Projekt zu informieren, wurde eine Infostelle in Markgrafneusiedl eingerichtet. "Wir laden die interessierten Bürger sehr herzlich ein, die Infostelle, die ausführliche Erläuterungen zum Projekt Marchfeldkogel mit den Schwerpunkten Modernisierung, Rekultivierung, Naherholung und Vogelschutz bereitstellt, zu besuchen", erklärt der Geschäftsführer der Errichtungsgesellschaft, Matthias Reisner.

"Wollen nur Cash"

Aus Sicht der örtlichen Bürgerinitiative sowie der Grünen sei diese Einladung jedoch eine Augenauswischerei. "Die wollen nur Cash damit machen, da geht es keineswegs um Naturschutz", wirft Helga Krismer, Klubobfrau der Grünen NÖ, den Betreibern vor. Die Risiken seien im Gegenzug noch gar nicht abzuschätzen. Immerhin gilt die Region als Feinstaubsanierungsgebiet. Die projektierten 56.000 Lkw pro Jahr werden die Umwelt sowie die Bewohner noch stärker belasten.

Gleichzeitig würden weder Gemeinde noch Bürger profitieren. Seitens des Gemeinderates wurde vertraglich zugesichert, dass man keine Einwände oder Rechtsmittel gegen das Projekt erheben werde. Projekt-Gegner Christian Bauer fasst zusammen: "Mir hat noch keiner ein Argument liefern können, warum der Kogel für die Bürger von Vorteil wäre."

Unterstützung bekommt die ÖVP-nahe Bürgerliste erstmals auch von der Landesebene. ÖVP-Landtagsabgeordneter Rene Lobner hat sich zuletzt gegen die Umsetzung ausgesprochen: "Wir alle tragen Verantwortung für unsere nächsten Generationen, dessen müssen wir uns bewusst sein."

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