Regelung gilt ab jetzt

© /NÖ LFKDO / Matthias Fischer

niederösterreich
01/06/2017

Neue medizinische Härtetests für 20.000 Feuerwehrleute

Atemschutzträger müssen sich ab heuer neuen Tests unterziehen.

von Johannes Weichhart

Das Programm, das Christof Unfried absolviert hat, klingt eigentlich nicht sehr schweißtreibend: Er musste mit einem Kanister in der Hand laufen, eine Strecke gehen und noch eine weitere Übung absolvieren. Allerdings war der Kommandant der Feuerwehr Krustetten bei diesem Test mit einem 15 Kilogramm schweren Atemschutzgerät ausgerüstet. "Es war doch ziemlich anstrengend. Nicht alle haben den Test bestanden", berichtet der 29-Jährige.

Herzerkrankungen

Niederösterreichweit gehört Unfried zu einer ganz kleinen Gruppe von Löschkräften, die bereits die neue Atemschutzuntersuchung, die jetzt eingeführt wurde, ausprobieren durfte. Um künftig tauglich geschrieben zu werden, wird man einen von drei körperlichen Leistungstests erfolgreich absolvieren müssen. Jede Feuerwehr kann selbst wählen, für welche Tests sie sich entscheidet. Neu ist auch, dass sich die Atemschutzgeräteträger in Zukunft in regelmäßigen Abständen einer Vorsorgeuntersuchung unterziehen müssen. Diese wird nun für 20.000 Männer und Frauen, die sich diese Geräte im Einsatzfall umschnallen, bald Standard werden. Der jeweilige Kommandant erfährt dann, wer "tauglich" bzw. "untauglich" ist.

Zuletzt war es so, dass die Tauglichkeit auf einem Ergometer ermittelt wurde. Eine Überprüfungsmethode, die von Spitzenmedizinern – vor allem von Herzspezialisten – kritisiert wurde. Der Grund: Die Ergometrie lasse nur noch ansatzweise Rückschlüsse auf das Risiko für eine Herzerkrankung bei einem Atemschutzträger zu, berichtet etwa Landesfeuerwehrarzt Michael Gottsauner-Wolf. Leider kam es in der Vergangenheit auch zu Zwischenfällen bei Einsätzen, sogar zu tödlichen. Feuerwehrchef Dietmar Fahrafellner betont, dass "Gesundheit und Fitness zu unseren obersten Priorität zählt". Unterstützung erhält er von Landesrat Stephan Pernkopf. "Es ist mir wichtig, dass unsere Einsatzkräfte, die oft unter schwersten Bedingungen ihr Können unter Beweis stellen müssen, wieder unversehrt zu ihren Familien zurückkehren können."

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