Neue Autobahn in Niederösterreich geplant

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Mögliche Waldviertel-Autobahn soll europäische Verkehrsachsen verbinden. Vom Linzer Raum bis zum Waldviertel

„Räume neu denken.“ Als Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) im März bei ihrer Regierungserklärung diesen Satz sprach, klang das noch sehr vage und allgemein. Schön langsam aber werden nun die Projekte konkreter. Etwa bei der Überlegung, wie Wald- und Weinviertel besser an das europäische Straßennetz angebunden werden kann.

Bislang war die Diskussion immer nur unter dem Titel „Waldviertel-Autobahn“ gelaufen. Und die meisten Beobachter hatten damit gerechnet, dass es um eine schnellere, ausgebaute Verbindung von Krems in den Bezirk Gmünd geht. Doch jetzt liegt ein ganz anderes Denkmuster auf dem Tisch. Eine neue Autobahn, die das Waldviertel an der Achse vom Raum Linz zur S 3 oder der Nordautobahn A5 teilhaben lässt. Also eine Ost-West-Verbindung, an der alle Bezirke im Waldviertel partizipieren können.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Unsere Überlegungen beim Ausbau der Mobilität machen nicht an unseren Landesgrenzen Halt. Wir denken in Lebensräumen, nicht in Landesgrenzen.“ Gerade der Norden und der Osten wären in dynamische europäische Wirtschaftsräume eingebettet: Linz-Wels-Süddeutschland, Budweis-Prag-Brünn oder auch St. Pölten-Wien-Bratislava. Mikl-Leitner: „Es geht darum, stark wachsende Wirtschaftsräume in Mitteleuropa miteinander zu verbinden. Die Ostregion mit Süddeutschland, Prag und Slowakei. Mit Anbindung des Wald- und Weinviertels.“

Die geplante Europa-Spange
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Neue Verkehrsachse

Für das Projekt wurden alle großen Verkehrsströme in diesem Raum eingebunden. Mit dem Ergebnis, dass sie derzeit alle am Waldviertel vorbei führen. Deswegen die neue Spange, die als „Europa-Spange“ tituliert wird. Mikl-Leitner: „Diese Europa-Spange soll stark wachsende Räume miteinander verbinden, das Wald- und Weinviertel an diese internationalen Räume anbinden, damit neue wirtschaftliche Impulse gesetzt und zusätzliche Arbeitsplätze in dieser Region entstehen können.“

Mit der neuen Autobahn-Achse will man Randlagen ins Zentrum rücken, verschiedene Verkehrsträger – darunter auch die Franz-Josef-Bahn – aufeinander abstimmen. Gleichzeitig sollen bestehende Verkehrsachsen durch diese Autobahn gebündelt werden. Wobei die Planer davon ausgehen, dass so auch die Verkehrssicherheit in der Region erhöht werden wird.

Die nächsten Schritte sind schon vorgegeben. Am Dienstag wird der Regionalverband Waldviertel zusammentreten, um mit Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko ( ÖVP) den Plan der Europa-Spange ausführlich zu diskutieren. „Nur wenn diese Vision von der Region mitgetragen wird, kann die Umsetzung auch erfolgreich in Angriff genommen werden“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Wie dann eine Trasse einer solchen Europa-Spange oder Ost-West-Autobahnachse aussehen wird, will man erst danach genau erheben. Klar ist, dass sie die Nord-Süd-Achsen von Linz nach Prag und von Wien nach Prag verbinden soll.

( kurier.at , mag ) Erstellt am 20.05.2018