Naturschützer in Aufregung

„Potenzielles Natura-2000-Gebiet“ lasse S-34-Projekt nicht zu, Asfinag beruhigt

Auf dem riesigen Gelände sind durch die Panzerfahrten viele Rinnen entstanden Tierwelt

Die Vorbereitungen zum Bau der Schnellstraße S34 laufen auf Hochtouren. Noch im Herbst sollen die Unterlagen für das notwendige UVP-Verfahren eingereicht werden, ab 2015 könnten die Bagger auffahren.

markus braun, s34, völtendorf… Foto: Privat Markus Braun Doch jetzt schlagen Naturschützer Alarm. Sie glauben, dass Kammmolch, Gelbbauchunke und Co. das Millionenprojekt noch verhindern könnten. „Denn die geplante Straße bedroht eine einzigartige Tierwelt, die am ehemaligen Garnisonsübungsplatz in Völtendorf entstanden ist“, berichtet Markus Braun von der Forschungsgemeinschaft Lanius.

Neu sind die Anliegen der Aktivisten freilich nicht, doch aus ihrer Sicht zeichnet sich nun ein Hoffnungsschimmer am Horizont ab. Denn im Mai 2013, so berichtet es Braun, wurde das riesige Areal von der Europäischen Union zu einem „potenziellen Natura-2000-Gebiet“ auserkoren. Braun: „Dies bedeutet, dass für den GÜPL Völtendorf die unionsrechtliche Verpflichtung gilt, keine Eingriffe zuzulassen und laufende Bewilligungsverfahren auszusetzen. Wenn das nicht passiert, droht ein sehr teures Vertragsverletzungsverfahren.“

Chance

Beim Autobahnbetreiber Asfinag versucht man die Sorgen der Lanius-Mitglieder zu zerstreuen. „Der Schutz der Tierwelt nimmt bei der Entwicklung der Schnellstraße selbstverständlich einen sehr wichtigen Stellenwert ein“, sagt Projektleiter Leopold Lechner. Mit sogenannten Ausgleichsmaßnahmen, also der Schaffung von neuen Lebensbereichen für Frösche und Urzeitkrebse, wolle man den Anforderungen der Behörden gerecht werden.

Bei der Stadt sieht man durch die Straße sogar eine neue Chance für die Tierwelt entstehen. „Die Asfinag konnte mit derartigen Projekten ja schon Erfahrungen sammeln. Wenn dadurch etwas Neues für die Tierwelt entsteht, muss das kein Nachteil sein“, sagt Rathaussprecher Martin Koutny.

Kurios: Seit Jahren ist die weitere Nutzung des Geländes beim Flugplatz ungeklärt. Die Stadt erwarb den Truppenübungsplatz um geschätzte 2,5 Millionen Euro, um dort ein Naherholungsgebiet zu schaffen. Doch die Grundverkehrskommission legte sich quer, weil sie der Meinung ist, dass das Areal als landwirtschaftliche Fläche gewidmet sei. Eine Bietergemeinschaft aus Landwirten hätte beim Verkauf deshalb bevorzugt werden müssen. Nun liegt der Fall beim Verwaltungsgerichtshof. Eine Entscheidung ist laut Koutny aber noch nicht gefallen.

(kurier) Erstellt am
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