Für den Nachfolger des Ernst-Happel-Stadions wird ein Nachfolger gesucht

© APA/ROLAND SCHLAGER / ROLAND SCHLAGER

Chronik Niederösterreich
09/04/2019

Nationalstadion: Widerstand gegen Standort in Bruck

Bruck an der Leitha brachte sich ins Gespräch für das neue Stadion, wird es aber wohl nicht werden. Suche in NÖ geht weiter

von Patrick Wammerl

Schwechat, Fischamend, Klosterneuburg oder gar Bruck an der Leitha ? Eine der niederösterreichischen Städte im Speckgürtel rund um Wien ist derzeit der heißeste Kandidat für den Bau des neuen Nationalstadions samt Trainingscenter und Hauptsitz des österreichischen Fußballbundes.

Nachdem Wien dem Projekt eine klare Absage erteilt hat, geht die Standortsuche des ÖFB rund um die Bundeshauptstadt weiter. Auch Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat Lunte gerochen und würde das Oval gerne in seinem Bundesland verwirklicht sehen. Zumal das Burgenland seit Jahrzehnten bereits Trikotsponsor des österreichischen Fußball-Nationalteams ist.

Varianten werden geprüft

Nachdem sich Wiens Sportstadtrat Peter Hacker via KURIER  gegen ein neues Stadion in der Bundeshauptstadt anstelle des Happel-Stadions ausgesprochen hatte, geht es für den ÖFB darum Alternativen zu suchen. Sowohl Niederösterreich als auch das Burgenland sind durch die Nähe zu Wien in die engere Wahl gekommen. Niederösterreich hat dem Fußballbund bereits Anfang Juli erste Standort-Vorschläge für Stadion, Geschäftsstelle und Trainingszentrum auf blau-gelbem Boden übermittelt.

„Aktuell prüft der österreichische Fußballverband diese Varianten. Entscheidend für den ÖFB ist eine gute Verkehrsanbindung auch in die Bundeshauptstadt und zum Flughafen Wien-Schwechat. Erst wenn sich der ÖFB für einen Standort entschieden hat, können weitere Detailfragen geklärt werden. Hier liegt wortwörtlich der Ball beim ÖFB“, sagt Helmut Miernicki, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur ecoplus des Landes NÖ.

Deshalb wird auch bewusst derzeit keiner der möglichen Standorte genannt. In der engeren Auswahl in Niederösterreich liegen eine Handvoll Plätze. Erst wenn ein Ort in die nähere Auswahl kommt, will man mit den örtlichen Vertretern und Grundeigentümern sprechen.

Bruck/Leitha nicht geeignet

Dass sich in den vergangenen Tagen der Bürgermeister von Bruck an der Leitha, Gerhard Weil (SPÖ), selbst im Rennen um das Stadion ins Spiel gebracht hat, hat bei allen Beteiligten für Verwunderung gesorgt. Weil hat von sich aus einen Neubau bei der Autobahnabfahrt Bruck-Ost vorgeschlagen. Nachdem die Bezirkshauptstadt östlich von Wien über keine vernünftige öffentliche Verkehrsanbindung außer die Ostautobahn verfügt, dürfte der Standort jedoch nicht gerade die besten Karten haben. Kommentieren will das bei ecoplus aber derzeit niemand.

Zu Wort meldete sich allerdings die ÖVP Bruck/Leitha. Sie betonte, sich nicht für das Nationalstadion auszusprechen. Aus folgendem Grund: Die Stadt leide bereits jetzt unter dem starken Verkehr auf der A4 sowie der B9 und B10 sowie dem Flugverkehr. Dazu kämen die Diskussionen rund um die Breitspurbahn.

"Ein Stadion bringt noch mehr Verkehr, noch mehr Lärm und noch mehr Abfall in unsere kleine Gemeinde. Bruck ist für ein derartiges Projekt keineswegs geeignet", sagt  Stadtrat und ÖVP-Obmann Alexander Petznek.