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Nach einer Partynacht drohten Mostviertler zehn Jahre Haft

Nach einer Glas-Attacke in einer Bar schien dem Angeklagten eine harte Strafe zu drohen. Doch mehrere Umstände führten zu einem unerwarteten Ausgang.
Cocktails in a bar

Gute Freunde sind wichtig, besonders dann, wenn man in einem Schlamassel steckt.

Ein 23-Jähriger aus dem Mostviertel konnte sich selbst in höchster Not auf seinen Freund verlassen und kam so vor dem Landesgericht St. Pölten mit einem blauen Auge davon – während sein Kumpane nun mit einer etwa vier Zentimeter langen Narbe leben muss.

Aber der Reihe nach: Am 15. Februar 2026 gingen die beiden feiern. Daheim ging es mit dem Alkohol los, dann wurde auf einem Gschnas weitergetrunken, schließlich endete die Nacht in einer Bar in Waidhofen an der Ybbs.

„Watsche mit dem Glas in der Hand“

Dort kam es zu dem Zwischenfall. Der Freund des Mostviertlers soll den 23-Jährigen aus Spaß mit einem Getränk angeschüttet haben. Plötzlich drehte sich dieser um und schlug dem Mann ein Cocktailglas ins Gesicht. „Ich habe ihm mit dem Glas in der Hand eine Watsche gegeben“, erzählt der Angeklagte.

Bis zu zehn Jahre Haft

Das Opfer erlitt eine Schnittwunde im Bereich des Jochbeins und musste nach der Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht werden.

Dass der Angriff schwerwiegende Folgen hatte, dürfte dem jungen Mann damals noch gar nicht bewusst gewesen sein. Monate später musste er sich nun aber vor Gericht verantworten – der Strafrahmen lag bei einem bis zehn Jahren Haft.

Er sei damals stark betrunken gewesen, beteuerte der 23-Jährige. Ein Alkotest ergab laut dem Richter 1,4 Promille.

Der Angeklagte hatte Glück: Sein Freund, das Opfer, fordert keinen Schadenersatz. Zudem stuft der Richter die Narbe nicht als „auffallende Verunstaltung“ ein. Der Mostviertler kommt deshalb mit einer Diversion davon. Er muss 1.300 Euro Geldbuße zahlen, damit ist der Fall erledigt.

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