Caritas-Betreuerin Birgit Al-Abed vor dem Quartier in Horn.

© KURIER/Jürgen Zahrl

Waldviertel
05/19/2016

Nach Tod eines Flüchtlingskinds, Ursache noch rätselhaft

Junge Afghanin (14) brach zusammen und starb später im Spital. Obduktion soll Todesursache klären.

von Jürgen Zahrl

"Wir alle sind geschockt", erzählt Caritas-Betreuerin Birgit Al-Abed im Gespräch mit dem KURIER. Dass die 14-jährige Rahima seit Samstagvormittag nicht mehr am Leben ist, hat die Bewohner und Helfer im Waldviertler Flüchtlingsheim "Helina" in Horn zutiefst erschüttert. "Für die Familie ist das jetzt eine schwere Zeit, um den Verlust zu verarbeiten", sagt Al-Abed. Wie erst jetzt bekannt wurde, war die Tochter einer sechsfachen Mutter (36) aus Afghanistan vorigen Freitag aus heiterem Himmel zusammengebrochen. Nur einen Tag später war das Mädchen tot.

Noch ist unklar, warum Rahima völlig überraschend verstorben ist. Deswegen hat die Staatsanwaltschaft in Krems eine Obduktion angeordnet. "Ein Ergebnis liegt noch nicht vor", sagte Staatsanwalt Franz Hütter gestern auf KURIER-Anfrage.

Am Freitag, dem 13. Mai, nahm das Unglück am Nachmittag seinen Lauf. "Eine Mitarbeiterin hatte beobachtet, wie Rahima plötzlich zusammengebrochen war. Sie alarmierte sofort die Rettungskräfte, nur wenige Minuten später waren Sanitäter vor Ort", erzählt Betreuerin Al-Abed. Die 14-jährige Afghanin dürfte ohne Anzeichen das Bewusstsein verloren haben. "Uns ist nicht bekannt, dass das Mädchen irgendwelche gesundheitlichen Probleme hatte", erzählt Al-Abed. Um es medizinisch stabilisieren zu können, wurde die 14-Jährige zunächst ins Landeskrankenhaus Horn gebracht. Unmittelbar danach wurde Rahima mit dem Notarzthubschrauber ins Wiener Unfallspital "SMZ Ost" geflogen.

Trauerarbeit

"Als wir am Samstag die Todesnachricht erhalten haben, waren wir völlig überrascht. Keiner hatte mit so einem tragischen Ausgang gerechnet", sagt Al-Abed. Seither brauchen die Familienangehörigen Ruhe und Zeit für Trauer. Die 36-jährige alleinerziehende Mutter und ihre anderen fünf Kinder werden nun von einem Kriseninterventionsteam psychologisch betreut. Der Kindsvater, der in Italien aufgenommen wurde, darf ebenfalls vorübergehend in Horn sein. "Die ganze Familie nimmt das Angebot des Akutteams gerne an", erzählt die Betreuerin.

Auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins "Willkommen Mensch in Horn" seien in die Trauerarbeit miteingebunden. "Damit die Mutter entlastet wird, bringen Freiwillige ihre Kinder in die Schule und in den Kindergarten. Später holen sie den Nachwuchs wieder ab", erzählt die Caritas-Betreuerin.

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