© Wammerl Patrick

Chronik Niederösterreich
11/13/2019

Mutter in NÖ erstochen: Mordanklage gegen 14-jährigen Sohn

Der Jugendliche muss sich in Wiener Neustadt einem Geschworenenprozess stellen. Die Höchststrafe beträgt zehn Jahre Haft.

von Patrick Wammerl

Es war ein Stich mitten ins Herz, der eine 56-Jährige aus Kirchschlag in der Buckligen Welt tötete. Der mutmaßliche Mörder: ihr eigener Sohn. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt sieht in der Tragödie eine vorsätzliche Tat und hat den Jugendlichen deshalb wegen Mordes angeklagt. Wie der Anwalt des Schülers, Ernst Schilhammer, gegenüber dem KURIER bestätigt, ist die Anklageschrift gegen seinen Mandanten diese Woche eingelangt. Einen Termin für den Geschworenenprozess am Landesgericht Wiener Neustadt gibt es aber noch nicht. Die Höchststrafe liegt im Falle einer Verurteilung bei dem Jugendlichen bei zehn Jahren Haft.

Die Bluttat, die sich im vergangenen Sommer ereignet hatte, sorgte für Entsetzten in der Region. Schon in den ersten Einvernahmen machte der Bursche umfassende Angaben zum Geschehen. Laut dem Gutachten des Gerichtspsychiaters Peter Hofmann liegt bei dem Verdächtigen keine verzögerte Reife vor. Laut Schillhammer gilt der 14-Jährige laut Gutachter auch nicht als unzurechnungsfähig.

Laut dem Gutachten des Gerichtsmediziners Wolfgang Denk wurde die Mutter in der Küche der Wohnung in Kirchschlag mit einem Messerstich ins Herz getötet, ein weiterer Stich ging in den Nacken.

Nachbarn berichteten von nächtlichen Schreiereien zwischen Mutter und Sohn in der Wohnung. Die Mutter soll über Jahre hinweg massive Probleme bei der Versorgung und Betreuung des Kindes gehabt haben. Auch die Kinder- und Jugendhilfe war eingeschalten. In den Wochen und Monaten vor der Bluttat soll es aber keine nennenswerten Zwischenfälle mehr gegeben haben.

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