Die Bürgerinitiative "Pro Mensch" kämpft gegen die Errichtung des Windparks

© Bürgerinitiative

Münchendorf
11/30/2013

Details zu Windpark durchgesickert

Die Raumordnung dürfte Windräder in der Gemeinde erlauben. Kritiker protestieren

von Katharina Zach

Die Gangart der Windkraftgegner in der Gemeinde Münchendorf, Bezirk Mödling, verschärft sich. Nachdem offenbar durchgesickert ist, dass einige Gebiete in der Gemeinde sowie den angrenzenden Ortschaften Himberg, Trumau und Ebreichsdorf im Zonenplan des Landes NÖ als geeignet ausgewiesen sein dürften, gehen die Wogen hoch. Beim Land spricht man von Verunsicherung der Bevölkerung.

„Die Zonen, in denen wir befürchtet haben, dass Windräder entstehen, sind drinnen“, entrüstet sich Martin Kaspar, Sprecher der Bürgerinitiative „Pro Mensch“. 2000 Unterstützer gibt es bereits. Nach dem Widmungsstopp für Windkraftanlagen hatte man sich eine genaue Überprüfung erhofft. Doch die Einwände der Kritiker seien ignoriert worden.

Als Reaktion wurden 10.000 Info-Folder ausgeschickt. Bei der Gemeinderatssitzung Donnerstagabend brachten Vertreter der Initiative einen Antrag auf Parteienstellung und damit Einblick in die Verträge der Gemeinde mit dem Windparkbetreiber ein. Damit blitzten sie jedoch ab. Unverständlich, findet Walter Deles, Anrainer und Unterstützer von „Pro Mensch“.

Bürgermeister Josef Ehrenberger (SPÖ) kontert, dass in den Verträgen eine Geheimhaltungsklausel gegenüber Dritten enthalten ist. Bevor weitere Schritte gesetzt werden, wolle man die Veröffentlichung des Zonenplans abwarten. Dann soll eine Volksbefragung durchgeführt werden. „Das haben wir der Initiative auch versprochen.“ Sauer stößt Ehrenberger jedoch auf, von der Bürgerinitiative auf deren Homepage der Lüge bezichtigt zu werden. „Da werde ich schon schauen, wie ich mich wehren kann.“

Eingekesselt

Wie berichtet, befürchten die Kritiker, dass nach dem „Okay“ das Landes 64 Windräder in Kooperation mit angrenzenden Orten errichtet werden. „Das heißt, wir sind komplett eingekesselt“, sagt Deles. Der Abstand zum Wohngebiet soll dabei nur 1200 Meter betragen. „Obwohl die WHO 2000 Meter empfiehlt.“

Ab 15. Dezember soll der neue Zonenplan zur Begutachtung aufliegen. Laut Franz Angerer, Projekt-Koordinator des Landes, können dann Stellungnahmen abgegeben werden. Er kritisiert jedoch: „Wenn Vertreter der Bürgerinitiativen vorgeben, schon fertige Pläne zu kennen bevor der Experten-Entwurf fertig ist, trägt dass nur zu Misstrauen und Verunsicherung der Bevölkerung bei. Genau das Gegenteil ist Ziel des Raumordnungsplans – er wird langfristig für Klarheit und höchstmögliche Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt sorgen.“

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