Mozart in Baden: Ein Spaziergang durch seine Geschichte

Kuraufenthalte, Briefe und Musik. Eine Führung durch Baden zeigt, welche Spuren Mozart in der Kurstadt hinterlassen hat.
Der Innenhof des heutigen Mozart-Hofs in Baden, wo Mozart 1791 das Motet Ave verum corpus komponierte.

Von Laura Pusker

Auf den Spuren von Wolfgang Amadeus Mozart durch Baden. Anlässlich seines 270. Geburtstags lädt die Kulturabteilung der Stadt Baden zu kulturhistorischen Spaziergängen durch die Kurstadt ein. Geleitet werden die Führungen von der Fremdenführerin Christine Triebnig-Löffler, die Besucher zu jenen Orten führt, an denen Mozart einst selbst unterwegs war.

Mozart kam jedoch nicht nach Baden, um dort einfach eine schöne Zeit zu verbringen und die Thermalbäder zu besuchen. Er reiste vor allem, um seine erkrankte Frau, Constanze Mozart, zu besuchen. Das erste Mal war sie im Juli 1789 in Baden auf Kur. In den ersten Jahren wohnte sie bei der Familie von Mozarts Freund Anton Stoll, der Chorleiter in Baden war. Insgesamt sind heute noch 24 Briefe erhalten, die Mozart während der Kuraufenthalte seiner Frau aus Baden schrieb. Sie geben Einblicke in sein Leben, seine Sorgen um Constanzes Gesundheit und auch in seinen humorvollen Charakter.

Von Wien aus reiste Mozart mit der Postkutsche nach Baden. Eine Fahrt, die damals rund dreieinhalb Stunden dauerte. Die Kutsche hielt beim Gasthaus „Zum goldenen Hirschen“, an dessen Stelle sich heute eine Volksbank befindet. Der Hirschkopf, einst das Wirtshausschild, ist bis heute an der Hauswand zu sehen. Mozart hielt sich während seiner Aufenthalte oft in der Stadt auf und besuchte auch das damalige Casino, das als Café und Treffpunkt der Badegäste bekannt war. In den Hinterzimmern befanden sich jedoch auch Spielzimmer, in denen um Geld gespielt wurde. Heute befindet sich an dieser Stelle die Sparkasse.

Besonders faszinierend ist, dass viele dieser Orte bis heute erhalten sind. Besucher können noch immer durch dieselben Gassen gehen und etwa die Pestsäule betrachten – genauso, wie Mozart sie bereits im 18. Jahrhundert gesehen hat“, erzählt Triebnig-Löffler.

Ein weltberühmtes Werk entsteht

Im August 1791 kehrte Constanze noch einmal nach Baden zurück, um eine weitere Kur zu machen. Sie bat Mozart jedoch um eine ruhigere Unterkunft, da es im Haus seines Freundes sehr lebhaft zuging. So besorgte er ihr eine Unterkunft im damaligen „Haus zum Blumenstock“, welches heute Mozart-Hof heißt. Im Innenhof des Hauses in einem Dachkämmerchen eines Schuppens, zog sich Mozart zurück und komponierte in nur einer Nacht das berühmte Motet Ave verum corpus, das er seinem Freund Anton Stoll widmete. Nur eine Woche später wurde das Werk bereits in der Stadtpfarrkirche St. Stephan in Baden aufgeführt. Neben dieser Motette entstand in Baden auch die Opernarie Un moto di gioia mi sento, wodurch die Stadt einen festen Platz in Mozarts musikalischer Geschichte einnimmt.

Dies und vieles weitere erklärt und veranschaulicht Christine Triebnig-Löffler bei dem gemütlichen Spaziergang durch die Innenstadt von Baden. Die nächsten Termine sind am 10. April und am 29. Mai jeweils um 15 Uhr. Der Spaziergang dauert etwa eineinhalb Stunden und führt zu mehreren Orten, die mit Mozarts Aufenthalten in Baden verbunden sind. Die Informationen dazu sind auf der Tourismus Baden Website zu finden. Für weitere Termine und bei Interesse kann auch eine private Führung mit Frau Triebnig-Löffler vereinbart werden.

Mehr als zwei Jahrhunderte später lassen sich Mozarts Spuren in Baden noch immer entdecken, in seiner Musik, aber auch in den Gassen, Häusern und Geschichten der Kurstadt.

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