Chronik | Niederösterreich
11.09.2018

Millionenschaden: Autodiebe sitzen in Haft

Bei den Diebestouren wurde ein sogenannter Scanner, also ein Funkstreckenverlängerungsgerät, verwendet.

Dem Landeskriminalamt Niederösterreich ist ein Schlag gegen eine in mehreren Bundesländern agierende Autodiebesbande gelungen. Die aus Polen stammende zehnköpfige Tätergruppe soll im Zeitraum von etwa einem halben Jahr 22 hochpreisige Fahrzeuge im Gesamtwert von 1,9 Millionen Euro gestohlen haben.

Bei den Diebestouren in den Bezirken Mödling, Baden, Wien-Liesing, Linz-Land und Perg wurde ein sogenannter Scanner, also ein Funkstreckenverlängerungsgerät, verwendet. Wenn die Besitzer ihre Autos vor ihren Wohnhäusern abgestellt hatten, wurde damit von den Tätern das Sperrsignal des Autoschlüssels zu einem Empfangsgerät verlängert. Mit diesem konnten die Wagen in Folge geöffnet werden. Mit einem „Jammer“ unterdrückten die Autodiebe später das Ortungssignal der Pkws, teilte die Polizei mit. Die von Oktober 2017 bis März 2018 gestohlenen Fahrzeuge wurden großteils nach Polen überstellt, wo zwei Pkw sichergestellt wurden.

Beamten gelang es am 9. März, zwei mit EU-Haftbefehl gesuchte Polen im Alter von 21 und 23 Jahren im Bezirk Baden anzuhalten und vorläufig festzunehmen. Die Beschuldigten sind laut den Ermittlern teilweise geständig und wurden in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Bei Hausdurchsuchungen wurden die verwendeten „Scanner“ und mehrere „Jammer“ sichergestellt, hieß es seitens der Polizei.

Als weitere mutmaßliche Mittäter wurden ebenfalls am 9. März eine 34-jährige polnische Staatsbürgerin sowie zwei Landsmänner im Alter von 25 und 28 Jahren in Perchtoldsdorf (Bezirk Mödling) vorläufig festgenommen, so die Polizei. Durch weitere Ermittlungen wurde ein noch flüchtiges Quartett im Alter von 21 bis 40 Jahren ausgeforscht. Ein mutmaßlicher Komplize befindet sich nach Polizeiangaben in Deutschland in Untersuchungshaft.

Die zehnköpfige Tätergruppe wurde der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt angezeigt. Über drei Beschuldigte wurde Untersuchungshaft verhängt.