Chronik | Niederösterreich
23.08.2017

Melk: 22 Kastanienbäume werden gefällt

Die Aktion sorgt auch für Kritik. Stadt beruft sich auf Gutachten.

Sie machen die Abt-Karl-Straße zu einer prächtigen Allee. Zahlreiche Kastanienbäume, viele davon sind schon mehr als 70 Jahre alt, säumen diesen Weg. Doch noch vor dem Winter müssen zehn Bäume gefällt werden. In Summe werden es 22 sein. Grund dafür ist das Gutachten eines Sachverständigen des Maschinenrings, der davor warnt, dass das Totholz in den Kronen eine Gefahr für die Sicherheit der Fußgänger und des Straßenverkehrs darstellen könnte. Zudem sei eine massive Stammfäule festgestellt worden.Die geplante Aktion sorgt aber auch für Kritik. Arzt Christian Pfeffer, ehemals ein Mitglied der Liste Forum Melk, zweifelt nun dieses Gutachten an. "Es fällt auf, dass plötzlich sämtliche Bäume des Altbestands krank sein sollen, obwohl sie jeweils im Frühjahr gut austreiben und auch reichlich Kastanien tragen", berichtet er. Im Bezug auf das Naturschutzgesetz will er nun die Bäume als Naturdenkmal schützen lassen.

Gutachten

Kopfschütteln über diese Sichtweise herrscht im Melker Rathaus. "Zum einen hat Herr Pfeffer in dieser Angelegenheit weder mit uns Kontakt aufgenommen, zum anderen liegt das Gutachten eines beeideten Sachverständigen vor. Es steht außer Frage, dass Handlungsbedarf besteht", sagt ÖVP-Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann. Er erinnert zudem an die Tragödie im Pöchlarner Schlosspark, als während eines Unwetters Äste eines Baumes auf Menschen krachten. Zwei Personen kamen dabei ums Leben.