Schon während der Ausbildung haben Uhrmacher-Schüler ihren Job so gut wie sicher.

© KURIER/Juergen Zahrl

Karlstein
09/10/2014

Mehr Uhrmacher-Nachwuchs löst neue Zeitrechnung aus

Fast doppelt so viele Schulanfänger in der Fachschule für Uhrmacher im Waldviertel.

von Jürgen Zahrl

In der einzigen Uhrmacherschule Österreichs in Karlstein, Bezirk Waidhofen an der Thaya, hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Nach mehreren Jahren mit rückläufigen Schülerzahlen wollen wieder mehr Jugendliche die Ausbildung zum Uhrmacher und Präzisionstechniker absolvieren. Mussten zuletzt Jahrgänge zusammen gelegt werden, um auf 12 Schüler zu kommen, sind in diesem Schuljahr insgesamt 20 Jugendliche angemeldet, was fast eine Verdoppelung der Schülerzahl bedeutet. Trotz des Aufschwungs seiner Schule ärgert sich Direktor Wolfgang Hörmann aber über die "katastrophalen Verkehrsanbindungen".

Trendewende

Eine Trendwende ist zumindest beim großen Dilemma spürbar. Wie berichtet, fehlen in vielen Uhrmacherbetrieben die Nachwuchskräfte, weil Jugendliche kaum Interesse an einem alten Handwerksberuf haben. Das bekommt auch die Fachschule für Uhren- und Präzisionstechnik an der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) in Karlstein zu spüren. "Die Uhrmacher waren immer stärker in Vergessenheit geraten. Auch mit Hilfe des KURIER ist es gelungen, unsere Branche wieder bekannter zu machen", sagt Direktor Hörmann. Die Ausbildung dauert vier Jahre und ermöglicht den Schülern, technische Kniffe zu erlernen. Wer Uhren reparieren will, muss dabei drei Punkte erfüllen können. "Man benötigt gute Augen, Fingerspitzengefühl und eine schnelle Auffassungsgabe", schildert Hörmann. Da viele Uhrmacherbetriebe Fachkräfte suchen, haben Schüler schon während ihrer Ausbildung ihren Job so gut wie sicher.

Sorgenfalten

Während sich Hörmann über den Schüleranstieg freut, hat er noch mit weiteren Problemen zu kämpfen. "Das Öffi-Angebot im Waldviertel ist eine Katastrophe. Wir benötigen ein Konzept, das den Schülern ermöglicht, in unsere Schule zu kommen. Gerade in unserer Region darf der betriebswirtschaftliche Gedanke nicht vordergründig sein", sagt Hörmann und fordert die Politiker zum Handeln auf.

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