Mehr Raum für das Gedenken an KZ-Opfer

Die „Wand der Namen“ in der Gedenkstätte Melk listet 4.884 Menschen aus ganz Europa auf, die im KZ-Lager ihr Leben ließen
Genau 60 Jahre nach Einweihung eines Denkmals für die Opfer des ehemaligen Konzentrationslagers Melk erinnerten Minister und Botschafter an die NS-Gräuel

Hinter dem harmlos klingenden Codewort „Quarz“ bauten die Nazis in Melk ein Jahr vor Ende des Zweiten Weltkrieges eine menschenverachtende Todesmaschinerie auf. Genau 60 Jahre nach der Einweihung einer Gedenkstelle im Krematorium des damaligen Außenlagers des KZ Mauthausen erinnerte Montag früh eine hochrangige Delegation an die 4.884 hier gestorbenen Menschen.

Ein großer Teil der Gefangenen starb im Melker Quarzwerktunnel. Hinter dem Namen Außenlager Melk verbarg sich eine KZ-Anlage, in dessen 18 Gebäuden sich 14.400 Gefangene unter katastrophalen Bedingungen drängten. Es war das größte Außenlager in Niederösterreich.

Mehr Raum für das Gedenken an KZ-Opfer

Melker Gedenkstätte wurde 1963 von Landeshauptmann Leopold Figl eröffnet

„Weil die Zahl der Toten nach der Eröffnung so rasch anstieg, wurde im Herbst ein Krematorium in Betrieb genommen, in dem 3.500 Leichen verbrannt wurden“, berichtet der historische Leiter des Melk Memorial, Christian Rabl. Seit zwei Jahrzehnten bemüht sich der Verein „Merkwürdig“ um Aufklärung und Gedenkarbeit in Melk.

Initiativen des Vereins, die Gedenkstätte um das „Objekt 10“ im Kasernengelände, in dem Gefangene untergebracht waren, zu erweitern, werden Innenminister Gerhard Karner und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner unterstützt. Das kündigte die Direktorin des Mauthausen Memorial, Barbara Glück, an. „Gemeinsam gelingt es, etwas Neues in Gang zu bringen“, sagte sie.

Mehr Raum für das Gedenken an KZ-Opfer

Legten Rosen nieder: Ministerduo Karner, Tanner und Diplomaten

Bevor die Teilnehmer der Gedenkfeier weiße Rosen vor der Wand mit den Namen der Ermordeten niederlegten, lasen die beiden Minister, Landesrat Martin Eichtinger, hochrangige Diplomaten, wie die Botschafter Israels und Frankreichs, Mordechai Rodgold und Gilles Pécout, oder auch der Präsident des internationalen Mauthausen-Komitees, Guy Dockendorf, bedrückende Biografien von Melker KZ-Opfern aus vielen europäischen Ländern vor.

Verantwortung

Minister Karner nannte das Gedenken als Teil der historischen Verantwortung und als Ausdruck der regionalen Auseinandersetzung mit der Geschichte.

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