Chronik | Niederösterreich
27.07.2018

Mautern: Geistern und Dämonen auf den Fersen

Julian Joksch hat sich auf übersinnliche Erscheinungen spezialisiert und will schon oft fündig geworden sein

„Hier hab’ ich mal eine Gestalt gesehen“, sagt Julian Joksch. Er zeigt mit dem Finger auf den Zaun gleich neben dem Friedhofstor in Mautern im Bezirk Krems. Dass ihm dort ein Geist erschienen sei, will der 20-Jährige mit einem Bild beweisen. Das Foto zeigt eine nächtliche Aufnahme, auf der die Rückseite von zwei Grabsteinen, ein eiserner Zaun und schwer erkennbare, weiße Flecken zu sehen sind. Joksch ist überzeugt, dass die Zigarettenrauch-ähnlichen Flecken ein Jackpot sind.

Neugründung

Vor wenigen Tagen hat er den Verein „Ghost Hunter Mautern“ ins Leben gerufen, damit er Leuten, die in Häusern leben, in denen es womöglich spukt, helfen kann. Seit ihm seine 2006 verstorbene Oma in seinem Zimmer als Geist erschienen sein soll, glaubt er an überirdische Gestalten wie Geister, Elfen, Dämonen oder Einhörner. „Unsere Aufgabe ist es, sie ins Licht zu führen. Das gelingt erst dann, wenn sie uns informieren“, erklärt der 20-Jährige. Mehrere Sichtungen sind ihm vor dem Friedhof in Mautern schon gelungen. Damit er besser verstehen kann, was Geister mitteilen wollen, will er sich zu einem „Medium“ weiter ausbilden lassen. Das sind Personen, die offenbar mit Verstorbenen Kontakt aufnehmen können. Allerdings sind deren Fähigkeiten umstritten.

Derzeit hat Julian zwei Mitstreiter, wobei sich Patrick, 19, eher als Sicherheitsmann versteht, sollte sich irgendetwas Unerwartetes ereignen. „Ich kann mit der Sache eigentlich nicht so viel anfangen. Aber ich mache das Julian zuliebe“, erzählt Patrick.

Um Geister jagen zu können, benötigen sie Hilfsmittel wie ein Messgerät, mit dem man elektromagnetische Felder aufspüren kann, Thermometer, Diktiergerät, Taschenlampe, Videokamera und einen Fotoapparat. „Unseren ersten Auftrag haben wir in Kärnten, wo es in einem alten Kurhaus gewaltig spukt“, erzählt Joksch, während er ein Handyfoto herzeigt, auf dem in einem Fensterglas der Teil eines Gesichts zu sehen sein soll. Tatsächlich ist bei längerem Hinsehen ein Kopf erkennbar, der an jenen eines Mädchens erinnern könnte.

„Egal wie andere darüber denken, ich weiß, dass es Geister gibt und dass ich nochmals auf die Welt komme“, sagt Joksch.