Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Matratzenrecycling in Niederösterreich: Viel CO₂ eingespart

Loop-it ist Österreichs erstes Unternehmen für Matratzenrecycling. Pro Werktag werden am Standort in Oberwölbling (Bezirk St. Pölten) bis zu 500 Stück Matratzen weiterverwertet. Das entspricht etwa sieben Tonnen.
Schaumstoff aus Matratzen auf Fließband

Loop-it wurde im Jahr 2025 von Kreislaufwirtschaftspionier Brantner green solutions und dem Schaumstoffspezialisten Neveon gegründet. Ziel ist es, alten Schaumstoff nicht mehr zu verbrennen, sondern nachhaltig weiterzuverarbeiten.

„Mit Loop-it zeigen wir, dass Kreislaufwirtschaft auch bei komplexen Produkten wie Matratzen technologisch umsetzbar ist. Unser Ziel war von Anfang an, einen völlig neuen Stoffstrom für das Recycling zu erschließen, was uns nun endlich im industriellen Maßstab gelingt“, meint Jernej Hren, Geschäftsführer Loop-it GmbH und Group Innovation Officer bei Brantner. 

Emissionsausstoß durch Verbrennung

Jährlich lässt sich die Zahl der von Loop-it recycelten Matratzen auf 110.000 hochrechnen, auch werden mehrere Tonnen an Sekundärrohstoffen gewonnen. Insgesamt können so circa 80 Prozent des ursprünglichen Materials weiterverwendet werden. Dabei entsteht deutlich weniger CO₂ als bei der herkömmlichen Verbrennung: Normalerweise werden durchschnittlich 26,47 Kilogramm CO₂ ausgestoßen, beim Recycling nur noch 3,42 Kilogramm, was eine Einsparung von rund 87 Prozent bedeutet. 

In Österreich werden jährlich mehr als eine Million Matratzen entsorgt. Die meisten Exemplare werden in weiterer Folge immer noch verbrannt, obwohl Matratzen wertvolle Materialien wie Polyurethanschaum, Latex oder Metalle enthalten. Loop-it setzt hier an und erschafft einen neuen Rohstoffkreislauf. Mithilfe künstlicher Intelligenz werden betriebliche Abläufe angepasst und Materialien analysiert.

„Ziel von Loop-it ist es, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten. Wir wollen zeigen, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Das gelingt jedoch nur, wenn alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten“, sagt Michael Bednarek, Geschäftsführer der Loop-it GmbH und Transformation Manager bei Neveon. 

Kommentare