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March-Fähre steht still, Petition für neue Brücke gestartet

Wer bei Angern über die March will, muss einen Umweg in Kauf nehmen. Nun gibt es eine Petition „Marchbrücke jetzt!“
Fähre Angern an der March

Es ist schon idyllisch, wenn man in Angern an der March (Bezirk Gänserndorf) am Ufer des Grenzflusses sitzt und beobachtet, wie die Fähre Autos, Radfahrer und Fußgänger auf die andere Seite befördert. Die March ist an dieser Stelle um die 60 Meter breit, auf die Gierseilfähre passen gerade einmal sechs Pkw. Pendler und Touristen nutzen die Fähre gern als schnelles Transportmittel zwischen Österreich und der Slowakei.

Doch seit Ende Juni ist auf der Homepage der Gemeinde Angern zu lesen: „Die Fähre ist derzeit nicht in Betrieb!“ Der Wasserstand der March ist zu niedrig. Blickt man auf die Wetterprognosen der nächsten Wochen, wird sich das so schnell auch nicht ändern. Laut pegelalarm.at liegt der Wasserstand der March bei Angern aktuell bei 63 Zentimetern (Stand: 29. Juli). Die Fähre braucht gute 20 Zentimeter mehr, um ihren Betrieb wieder aufnehmen zu können. 

Petition fordert neue Brücke über die March

„Die Fähre ist in diesem Jahr sicher 80 Tage schon nicht gefahren“, sagt Gerhard Küssler, der nun eine Petition ins Leben gerufen hat, die eine Brücke über die March fordert. Denn für Autos gibt es auf 70 Kilometern gerade einmal eine Möglichkeit, die March zu queren: In Hohenau, fast 30 Kilometer entfernt von Angern. Küssler kennt man als Winzer des gleichnamigen Winzerhofs in Grub, einer Katastralgemeinde von Angern.

Auf die 80 Tage kommt Küssler, weil die Fähre ihren Betrieb im Jänner aufgrund von Eisbildung einstellen musste. „Im April war sie sechs Wochen wegen der Maul- und Klauenseuche gesperrt“, nennt der Winzer einen weiteren Grund, warum Pendler und Touristen einen Umweg in Kauf nehmen mussten. Darum stellt er nun die Petition „Marchbrücke jetzt!“ auf die Beine. „Sie läuft seit vierzehn Tagen und wir haben guten Zuspruch“, ist er über weit mehr als 3.000 Unterschriften erfreut. 5.000 sind das Ziel. „Wir betreiben sie zweisprachig, es sind auch viele Slowaken dabei“, sagt der Initiator im KURIER-Gespräch.

Fähre Angern 2025

Im August 2025 war der Wasserstand der March zwar ebenfalls niedrig, aber die Marchfähre pendelte noch zwischen Angern und Záhorská Ves.

Der Klimawandel sei nicht zu leugnen, man müsse sich engagieren, um die Region wirtschaftlich voranzutreiben. „Die March ist komplett trocken, du kannst fast schon rübergehen.“ Küsslers Betrieb ist selbst betroffen. In seinem Winzerhof arbeiten sechs Slowaken. „Mit der Fähre brauchen sie fünf Minuten zu uns. Jetzt müssen sie über Hohenau fahren.“ Das sind 50 Kilometer Umweg in nur eine Richtung. „Also hundert Kilometer unnötige Fahrt pro Tag, das kann nicht umweltfreundlich sein“, meint der Winzer. 

Leistungsfähige Infrastruktur

„Gerade im Herzen Europas darf eine ganze Grenzregion nicht dauerhaft von einer wetter- und wasserstandsabhängigen Fähre abhängig sein. Die Menschen in der Marchregion haben dieselbe leistungsfähige Infrastruktur verdient wie viele andere Grenzregionen Europas“, pocht die Petition auf eine Realisierung einer Brücke über die March.

Grenzübergang Angern

Die March hat einen zu niedrigen Wasserstand. Die Fähre kann nicht fahren. Darum rief Gerhard Küssler eine Petition ins Leben, mit der er eine Brücke über den Grenzfluss fordert.

Fähre Angern an der March

In Angern an der March kommt man nur mit der Fähre in die Slowakei, die nur 60 bis 70 Meter entfernt ist. Doch aufgrund des niedrigen Wasserstandes, musste die Fähre ihren Betrieb Ende Juni einstellen.

Grenzübergang Angern

Die March hat einen zu niedrigen Wasserstand. Die Fähre kann nicht fahren. Darum rief Gerhard Küssler eine Petition ins Leben, mit der er eine Brücke über den Grenzfluss fordert.

Diese war bereits 2013 Thema und sollte Angern und Záhorská Ves verbinden. Doch der Standort wurde 2014 von den Angernern in einer Volksbefragung abgelehnt. Laut Küssler gibt es einen neuen Korridor, mit dem sich die Gemeinden anfreunden können: in der Nähe von Zwerndorf. Doch eine Brücke gibt es immer noch nicht.

Urlauber an der March gestrandet

Der touristische Aspekt sei nicht zu unterschätzen. So werde etwa der Iron Curtain Trail, der Radweg entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs, stark beworben. So kam es, dass Gäste der Küsslers auf der slowakischen Seite abgeholt werden mussten. „Sie wussten nicht, dass die Fähre nicht in Betrieb ist und sie konnten die 15 Kilometer zur Brücke nach Marchegg nicht mehr radeln“, erzählt der Winzer.

Die Errichtung einer grenzüberschreitenden Straßenverbindung sei ein hochkomplexes Vorhaben, das nicht nur von regionalen Interessen, sondern insbesondere auch von übergeordneten verkehrsplanerischen Erfordernissen sowie der Abstimmung auf beiden Seiten der Staatsgrenze abhängt, heißt es aus dem Büro von Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ), der für Infrastruktur zuständig ist. 

Keine Pläne für neue March-Brücke

„Es liegen derzeit keine umsetzungsreifen Planungen für eine Brücke vor“, informiert Landbauers Sprecherin, Isabella Nittner, auf KURIER-Nachfrage. Dass es bereits eine EU-Förderung für den Bau einer Brücke über die March gebe, sei weder „zugesagt noch in Aussicht gestellt“, so Nittner.

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