BMW ruft seit Mitte Juli wegen möglicher Fehler in Airbag-Systemen in älteren Fahrzeugen der 3er-Reihe weltweit mehr als 1,6 Millionen Autos zurück. Grund für die Maßnahme seien Gasgeneratoren in den Beifahrerairbags, die in seltenen Fällen bersten könnten.

© Reuters_Fabrizio Bensch

Betrugsverdacht
07/30/2013

Magna um eine halbe MIllion geprellt?

Ehemaliger Leiter des Fuhrparks ließ Autos durch manipulierte Gutachten wertmindern, verkaufte sie im Namen des Unternehmens günstig weiter.

von Georg Hönigsberger

Um mehr als eine halbe Million Euro soll der ehemalige Leiter des Fuhrparks des Magna Konzerns in Oberwaltersdorf, Niederösterreich, seinen ehemaligen Arbeitgeber geprellt haben. Der Trick von Ing. Christian F. war raffiniert einfach: Er ließ Autos aus dem Fuhrpark durch manipulierte Gutachten wertmindern, verkaufte sie im Namen des Unternehmens günstig an einen Händler. Dieser soll mit F. gemeinsame Sache gemacht und die Autos teuer weiterverkauft haben. Rund 80 Wagen der Marken BMW, Audi und VW aus dem Magna-Fuhrpark sollen so in den Jahren 2008 bis 2012 verhökert worden sein. Das Körberlgeld für die beiden wird auf mehr als 500.000 Euro geschätzt.

Laut Polizei ließ F., wenn er ein Auto aus dem Fuhrpark ersetzen ließ, für den alten Firmenwagen ein Eurotax-Gutachten erstellen. Im Detail soll dies so abgelaufen sein: Seine Angaben stimmten mit der Realität nicht überein. So soll er in mehreren Fällen den Kilometerstand um 100.000 km nach oben geschraubt, oder Mängel angegeben haben, die das Fahrzeug gar nicht hatte. Fazit: Der Wert des Wagens wurde durch die falschen Angaben erheblich gemindert, zum Teil um 10.000 bis 15.000 Euro.

Tacho manipuliert

Den Rest wickelte F. meist mit einem Autohändler aus dem südlichen Niederösterreich ab: Das Firmenauto wurde dem Händler zum billigen Preis verkauft. Dieser soll den Wagen wiederum zum eigentlichen, weit höheren Wert an Kunden veräußert haben. Dem Händler wird vorgeworfen, schließlich auch noch den Tachometerstand bei einigen Wagen deutlich nach unten manipuliert zu haben, um noch mehr Geld für die Autos lukrieren zu können.

Das wurde ihnen zum Verhängnis. Ein Käufer ließ den Kilometerstand nachprüfen und stellte fest, dass er deutlich manipuliert worden war. Da er Bekannte beim Magna-Konzern hatte, machte er sie auf das Problem aufmerksam. So kam die Sache vor rund einem Jahr ins Rollen. Der Fuhrparkleiter wurde entlassen. Magna-Sicherheitschef Peter Krimmer wollte sich zu den Vorfällen nicht äußern und verwies auf die Pressestelle, die bis Redaktionsschluss nicht erreichbar war.

Ein ganzes Jahr dauerten die umfangreichen Ermittlungen der Kriminaldienstgruppe der Polizeiinspektion Baden. Jetzt wurden F., der Autohändler Peter D. und zwei weitere Personen bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt angezeigt. Dem Hauptverdächtigen werden Untreue, schwerer gewerbsmäßiger Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfen.

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