Chronik | Niederösterreich
07.02.2018

Lilienfeld: Mutter leitete Einbrecher-Clan

Bande verübte mehr als 30 Coups, Zwillinge durften mit der Beute spielen.

Als sich eine 27-Jährige aus dem Bezirk Lilienfeld in die Karenz verabschiedete, nutzte sie diese nicht nur, um sich um ihre Zwillinge zu kümmern. Die Rumänin war vor allem auch damit beschäftigt, einen Einbrecher-Clan zu führen. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, ihrem Cousin (21), Bruder (17) und dessen 19-jährige Freundin begab sie sich auf ausgedehnte Einbruchstouren durch die Bezirke Lilienfeld, St. Pölten und Bruck-Mürzzuschlag (Mariazell).

Die mutmaßlichen Täter hatten es dabei vor allem auf Wohnhäuser abgesehen, aus denen sie unter anderem Porzellan, Besteck, Bilder, historische Foto-Alben aber auch Bargeld und Maschinen stahlen. In einem Fall gelangten sie sogar an eine Statue des Heiligen Florian, die sie aus einem Haus im Bezirk St. Pölten entwendet haben sollen. Sie ließen die relativ große Figur aus dem 18. Jahrhundert in einem Auktionshaus sogar schätzen, dann verschwand sie allerdings. "Auffallend war, dass die Statue Beschädigungen aufwies", berichtet ein Ermittler. Nachsatz: "Das liegt daran, dass die Zwillinge mit der Beute spielen durften."

Ein Großteil des Diebesgutes konnte allerdings sichergestellt und bereits an die Geschädigten zurückgegeben werden, berichtete Bezirkspolizeikommandant Michael Hochgerner.

Untersuchungshaft

Für die Verdächtige klickten bereits am 25. September die Handschellen. Einige Zeit später konnten die Fahnder auch ihren Lebensgefährten, der bei fast allen Straftaten mitgewirkt haben soll, ausfindig machen. Beide befinden sich derzeit in Untersuchungshaft in St. Pölten, die Kinder wurden bei ihrem leiblichen Vater untergebracht. Der 21-Jährige befindet sich noch auf der Flucht, das Pärchen wurde auf freiem Fuß angezeigt. Der Schaden wurde mit etwa 70.000 Euro beziffert.

Landespolizeidirektor-Stellvertreter Franz Popp lobte die gute, akribische Arbeit der lokalen Polizeibeamten. Staatsanwalt Leopold Bien hob in diesem Zusammenhang auch die gelungene Zusammenarbeit zwischen Justiz und Exekutive hervor.

Hinweise zur verschwundenen Statue werden unter 059133/3120 erbeten.