Liese Prokop: Wegbereiterin für Frauenpolitik wäre heute 85

Niederösterreich erinnert an Liese Prokop: Die Politikerin gilt bis heute als eine der prägendsten Persönlichkeiten des Bundeslandes.
NÖ Landesregierung mit Pröll und Co.

Am 27. März hätte Liese Prokop ihren 85. Geburtstag gefeiert. Die frühere Innenministerin und Landeshauptmann-Stellvertreterin (ÖVP) gilt als eine der prägendsten Persönlichkeiten der niederösterreichischen Landespolitik.

„Liese Prokop hat in der Jugend-, Familien- und Sozialpolitik in Niederösterreich große Spuren hinterlassen und auch in der Kulturlandschaft richtungsweisende Schritte gesetzt. Ihre Verdienste um unser Bundesland und ihre Menschlichkeit bleiben unvergessen“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

„Konsequent ihren Weg gegangen“

Prokop setzte vor allem viele Projekte um, die die Gleichstellung von Frauen betrafen. In ihre Amtszeit fallen unter anderem die Einrichtung des NÖ Frauenreferats, die Schaffung des Gleichbehandlungsgesetzes des Landes Niederösterreich sowie die Einrichtung von Gleichbehandlungskommissionen. „Sie ist auch bei Gegenwind konsequent ihren Weg gegangen und hat die Anliegen der Frauen stets im Blick behalten“, so Mikl-Leitner. 

Als Zeichen der Anerkennung wurde 2007 der Liese-Prokop-Frauenpreis ins Leben gerufen.

Prokop wurde am 27. März 1941 in Wien geboren und wuchs in Korneuburg und Tulln auf. Nach einer erfolgreichen Karriere als Leichtathletin – unter anderem gewann sie 1968 Silber im Fünfkampf bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt – wechselte sie 1969 als politische Quereinsteigerin in den niederösterreichischen Landtag.

Von 1981 bis 1992 war sie Landesrätin für Sport und Familie, ab 1992 Landeshauptmann-Stellvertreterin unter Erwin Pröll. Im Jahr 2004 wurde sie als erste Frau österreichische Bundesministerin für Inneres. Prokop verstarb am 31. Dezember 2006.

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