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Leobersdorf
01/18/2020

Leobersdorf: Personalvertreter angezeigt – er kontert

Johann Zöhling wird von einer Volksschullehrerin Amtsmissbrauch vorgeworfen: Er spricht von „Dirty Campaigning“

von Johannes Weichhart

Johann Zöhling hat sich ein hohes Ziel gesteckt. Er will bei den Gemeinderatswahlen am 26. Jänner in Leobersdorf im Bezirk Baden den Bürgermeistersessel erobern. Die Ausgangslage ist nicht einfach: Die ÖVP hält derzeit sechs, die regierende „Liste Zukunft Leobersdorf“ jedoch 15 Mandate inne.

Dazu kommt, dass dem ÖVP-Kandidaten und Personalvertreter für alle Landesbediensteten juristisches Ungemach drohen könnte. Denn gegen Zöhling wurde mitten im Wahlkampf eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt eingereicht. Es geht um den Verdacht der versuchten Nötigung und des Amtsmissbrauchs. Die Sachverhaltsdarstellung liegt dem KURIER vor.

So soll Zöhling gedroht haben

Inhalt: Einer Volksschullehrerin, die im Herbst 2014 bekannt gab, sich nicht für die ÖVP politisch engagieren, sondern für die Liste Zukunft Leobersdorf kandidieren zu wollen, soll Zöhling gedroht haben. Unter Eid sagte die Anzeigerin aus, dass der Politiker „Du wirst schon sehen, was du davon hast. Ich werde dafür sorgen, dass du vom Land keinen Leiterposten bekommen wirst“ gesagt haben soll.

Anschuldigungen machen Zöhling „fassungslos“

Im KURIER-Gespräch zeigt sich Johann Zöhling, der insgesamt knapp 15.000 Landesbedienstete vertritt, „fassungslos und bestürzt“ über die Anschuldigungen. „Ich behalte mir rechtliche Schritte gegen diese Dame vor. Meinen Anwalt habe ich bereits eingeschaltet“, betont er.

Was den Politiker besonders ärgert, ist der Umstand, dass die Vorwürfe erst jetzt – mehr als fünf Jahre nach der angeblichen Aussage – erhoben werden. „Die Anschuldigungen entbehren jeder Grundlage. Für mich schaut das sehr nach Dirty Campaigning aus. Vor allem auch deshalb, weil anonyme Briefe an meine Arbeitskollegen verschickt wurden. Es ist einfach unfassbar.“

"Hat mit Wahlkampf nichts zu tun"

Mittlerweile ist die Frau Direktorin in einer Volksschule im Bezirk Wiener Neustadt. Sie erklärte gegenüber dem KURIER: „Ich habe den Schritt erst deshalb jetzt gewagt, weil ich durch meine Bestellung als Direktorin jetzt in einer abgesicherten Position bin. Mit dem Wahlkampf hat das absolut nichts zu tun. Ich will einfach aufzeigen, dass es so nicht gehen kann.“

Lehrerin wollte "gutes Wort" von Zöhling

Kurios ist allerdings ein Detail am Rande: Die Frau, die Zöhling nun unter anderem der Nötigung beschuldigt, soll sich im November 2018 schriftlich an den Personalvertreter gewandt haben. In der eMail, die dem KURIER vorliegt, hofft sie, dass Johann Zöhling für sie „ein gutes Wort“ einlegen könne. Sie hatte sich damals eben für die Funktion als Volksschuldirektorin beworben. Im Herbst 2019 hatte sie den Posten schließlich auch bekommen.

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