Chronik | Niederösterreich
04.05.2018

Leben mit Brustkrebs: Unheilbar, aber glücklich

Bloggerin und Autorin Claudia Altmann-Pospischek führt trotz Krankheit ein selbstbestimmtes Leben

Claudia Altmann-Pospischek kommt gerade von einem zweiwöchigen Urlaub aus den USA zurück. In Las Vegas hat sie ihrem Ehemann Peter zum 10. Hochzeitstag erneut das Jawort gegeben – inklusive falschem Elvis, der „Rock me Amadeus“ sang.

Auch ihr „lebenslanger Beifahrer“ war bei der Hochzeit anwesend. So nennt sie ihren Brustkrebs, der im Juli 2013 diagnostiziert wurde. „Los werde ich ihn nicht mehr, aber ich überlasse ihm nicht das Steuer“, ist sich die 43-jährige Wiener Neustädterin sicher. Sie leidet an Brustkrebs mit Metastasen in Leber und Knochen. Eine Chance auf Heilung besteht nicht, statistisch gesehen bleiben Patienten nach dieser Diagnose zwei bis vier Jahre. Claudia Altmann-Pospischek gilt deshalb bald als „Langzeitüberlebende“. Doch obwohl erst vor Kurzem ein neuer Tumor in der Leber gefunden wurde, versprüht sie positive Energie.

Ein Vorbild sein

Diese Lebensfreude möchte sie an andere Betroffene weitergeben: „Man muss die Krankheit annehmen, sich mit ihr arrangieren. Es ist sehr schwer, sich einzugestehen, dass man nie wieder gesund wird. Aber man muss nicht zu Hause versauern. Man kann trotzdem ein qualitativ hochwertiges Leben führen.“

Wie das geht, zeigt sie seit zwei Jahren auf ihrem Blog. Dort teilt sie mit ihren 4.000 Abonnenten täglich Einblicke: Videos und Fotos von ihren Reisen, Krankenhaus- und Arztbesuche, CT- und MRT-Bilder, Fortschritte und Rückschläge. Über ihren Blog finden sich neue Freunde, Betroffene helfen einander und die vielen Rückmeldungen sind für Claudia Altmann-Pospischek Unterstützung und positive Energie. „Schreiben ist alles für mich – Ablenkung, Therapie, Verarbeitung.“

Zurzeit arbeitet sie an einem Buch über ihr Leben mit der Erkrankung: „Es gibt Krebsbücher wie Sand am Meer, aber kaum Literatur für Patienten, die mit Krebs als chronischer Krankheit leben müssen. Es ist ein Herzensprojekt von mir, um anderen aus dem schwarzen Loch zu helfen.“ Mit ihrem Blog und ihrem Engagement zeigt sie, dass es auch anders geht – unheilbar krank und glücklich sein schließen einander nicht aus.

Hier geht es zu Claudia Altmann-Pospischeks Blog.