Langenzersdorf: Sommer-Events fallen nach Cyberattacke ins Wasser

Gemeinde hält das Geld für Arbeiten an den Computersystemen zurück.
Hacker sitzt an Computer, Sujetfoto

Noch kann ÖVP-Bürgermeister Andreas Arbesser keine Summen nennen. Fakt ist aber: Nach einem Cyberangriff Ende Februar muss die Marktgemeinde Langenzersdorf viel Geld in die Hand nehmen, um die Systeme wieder zum Laufen zu bringen. So viel, dass laut noe.orf.at nun auch zwei beliebte Veranstaltungen – die „Schlagernacht am See“ und das „Seeschlacht Open Air“ abgesagt werden mussten.

„Wir haben diese Events im Hinblick auf die budgetäre Lage vorsichtshalber abgesagt“, bestätigt Arbesser im KURIER-Gespräch. Zwar seien alle Computer der Gemeindeverwaltung überprüft und bereinigt worden, auch das Netzwerk wurde wieder neu aufgebaut. Dennoch liege der Teufel im Detail: „95 Prozent der Probleme sind behoben, aber es ist noch immer nicht klar, was die Ursache für den Angriff war“, erklärt Arbesser.

Mehr Sicherheit

Der Angriff fand in der Nacht von 26. auf den 27. Februar statt. Nichts ging mehr im Gemeindeamt, das Bürgerservice musste geschlossen werden und war nur noch telefonisch erreichbar. Sofort wurde die Polizei informiert. 

Mithilfe einer spezialisierten IT-Sicherheitsfirma wurden die Systeme gesichert, die Computer neu aufgesetzt sowie das Netzwerk wiederaufgebaut. Nach dem bisherigen Wissensstand gibt es keine Hinweise auf einen Missbrauch der Daten.

Mithilfe der Experten wird nun daran gearbeitet, noch strengere Sicherheitsmaßnahmen zu setzen und die Gemeinde künftig besser gegen Cyberangriffe zu schützen. „Ich vergleiche unsere Systeme gerne mit dem Bau eines Hauses. Es muss immer wieder etwas ergänzt und mit der alten Software verknüpft werden“, sagt Arbesser. Dementsprechend vorsichtig gehe man mit heiklen Daten um. „Wir hatten zum Beispiel nie Pässe oder Personalausweise in Verarbeitung“, so der Gemeindechef.

Gemeinden im Visier

Langenzersdorf ist nur eine von mehreren niederösterreichischen Gemeinden, die in den letzten Jahren von Cyberkriminalität betroffen waren. 2024 legte ein Angriff die Stadtgemeinde Korneuburg lahm, im Vorjahr fielen die Gemeinden Tulln und Maria Enzersdorf den Tätern zum Opfer. 

Dabei nehmen sogenannte Ransomware-Angriffe zu; Daten auf Computern und Netzwerken werden durch eine schädliche Software unzugänglich gemacht, oftmals verbunden mit Lösegeldforderungen. Ob dies auch in Langenzersdorf der Fall war, wird nicht kommentiert.

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