© Thomas Lenger

Vösendorf
10/03/2019

Landwirt in seinem Haus getötet, Täter wollten Spuren verwischen

61-Jähriger war bekannter Bauer und Fleischproduzent. Obduktion soll weitere Aufschlüsse bringen.

von Johannes Weichhart, Katharina Zach, Jürgen Zahrl

„Er war so ein hilfsbereiter Mensch, ein richtig umgänglicher Kerl. Diese Tat schockiert“, erzählt eine Frau aus Vösendorf im Bezirk Mödling. Viele kannten Franz U., den in der Gemeinde angesehenen Bauern und Fleischproduzenten. Deshalb verbreitet sich die Nachricht von seinem Tod auch wie ein Lauffeuer.

Ein Angehöriger fand Mittwochfrüh den leblosen Körper des 61-Jährigen im Wohnzimmer, kurze Zeit später trafen Rettung und Polizei ein. Doch für den Niederösterreicher gab es keine Hilfe mehr. Während die Ermittler anfangs noch von einem bedenklichen Todesfall sprachen, stellte sich im Laufe des Vormittags heraus, dass der Familienvater Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war.

Warten auf Obduktion

„Wir gehen von Mord aus“, sagte ein Fahnder im Gespräch mit dem KURIER. Berichte, wonach der Mann mit einem Feuerlöscher erschlagen wurde, dementierte der Ermittler. „Die Todesursache ist derzeit noch unklar. Wir müssen die Obduktion am Donnerstag abwarten, dann wissen wir mehr.“ Zwar sei nicht ausgeschlossen, dass U. durch eine stumpfe Gewalteinwirkung ums Leben kam, doch die Polizei will noch das Gutachten der Gerichtsmediziner abwarten.

Was die Ermittlungen zusätzlich erschwert, ist die Größe des Anwesens. Und der Umstand, dass die Täter den Inhalt eines Feuerlöschers versprühten. Am Mittwoch konnte noch nicht gesagt werden, ob Gegenstände bzw. Bargeld fehlen. „Die Spurensicherung gestaltet sich sehr aufwendig“, heißt es.

Familienmitglieder werden befragt

Auch die Befragungen der Familienmitglieder ist noch nicht abgeschlossen. Die Frau des 61-Jährigen befindet sich derzeit auf Heimaturlaub in Rumänien, sie wird in den kommenden Tagen nach Österreich zurückreisen.

Home Invasion

Der Fall weckt Erinnerungen an einen blutigen Überfall vor mehr als neun Jahren im Waldviertel, bei dem ein Viehhändler aus dem Bezirk Zwettl im Schlaf brutal zusammengeschlagen wurde und beinahe getötet worden wäre. Es war die Nacht auf den 9. Juli 2010, als plötzlich drei maskierte Männer vor dem Bett des Viehhändlers standen. Mit der Gegenwehr des 1,90 Meter großen Waldviertlers hatten die Räuber damals aber wohl nicht gerechnet.

Freispruch

Das Opfer konnte noch zwei Angreifer zu Boden schleudern, wurde aber vom dritten mit Pfefferspray kampfunfähig gemacht. Die Männer prügelten auf den wehrlosen Mann ein und ketteten ihn in der Toilette an. Sie verlangten von ihm 40.000 Euro. Daher ging er davon aus, dass sie es gezielt auf ihn abgesehen hatten. Acht Jahre später sind drei Verdächtige ausgeforscht worden. Zwei sind verstorben. Der Dritte wurde im Zweifel Anfang April am Landesgericht Krems freigesprochen.

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