Mandatskampf im Agrarland: Landarbeiterkammerwahl steht bevor

Rund 25.000 Land- und Forstarbeiter entscheiden, wer in NÖ die Interessenvertretung im ländlichen Raum anführt. Was macht die FPÖ?
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Sie findet alle sechs Jahre statt, gilt als eher wenig beachtet, ist politisch aber durchaus relevant: Am 31. Mai wird in Niederösterreich die Landarbeiterkammer gewählt. Die Kammer vertritt im größten Bundesland rund 25.000 Mitglieder aus der Land- und Forstwirtschaft, dem Gartenbau, aus Gärtnereien sowie Angestellte in Raiffeisen-Lagerhäusern und landwirtschaftlichen Betrieben.

Die Ausgangslage ist klar: Die Vollversammlung mit ihren 40 Mandaten wird vom NÖAAB/FCG (ÖVP) dominiert, der derzeit 34 Sitze innehat. Auf sechs Mandate kommt die FSG-LAK (SPÖ).

Corona-Pandemie ließ Wahl nicht zu

Dieses Kräfteverhältnis besteht seit Mai 2020. Damals hätte die letzte Landarbeiterkammerwahl stattfinden sollen, doch die Corona-Pandemie machte den Beteiligten einen Strich durch die Rechnung. Die beiden Fraktionen einigten sich stattdessen auf einen gemeinsamen Wahlvorschlag, der in dieser Mandatsverteilung mündete.

„Wir möchten auf jeden Fall unseren Mandatsstand halten“, sagt Andreas Freistetter (NÖAAB/FCG), der seit mehr als 20 Jahren Präsident der Landarbeiterkammer ist. Freistetter befindet sich bereits im Wahlkampf - vor wenigen Tagen wurde in St. Pölten der Auftakt gesetzt.

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Wahlkampfauftakt für das Team rund um Andreas Freistetter (NÖAAB/FCG).

Themen gibt es viele: Es geht um faire Preise in der Land- und Forstwirtschaft, geringere Hürden für eine Schwerarbeiterpension sowie darum, die Berufsgruppen auch für junge Menschen attraktiver zu machen – Stichwort Lehrlinge.

120 Kandidaten

Beim Wahlkampfauftakt wurde Freistetter von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und NÖAAB-Landesobfrau Christiane Teschl-Hofmeister unterstützt. „Niederösterreich ist das Agrarland Nummer 1 in Österreich – und das verdanken wir vor allem den Menschen, die tagtäglich draußen arbeiten: auf unseren Feldern, in unseren Wäldern, in Gärtnereien und in den Lagerhäusern. Sie leisten Großartiges für unser Land. Deshalb braucht es auch eine starke Interessenvertretung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im ländlichen Raum“, sagte Mikl-Leitner.

Insgesamt schickt die Liste „Team Freistetter – NÖAAB/FCG“ 120 Kandidaten ins Rennen, darunter 52 Frauen.

„Kontrolle ist wichtig“

Ab April wird auch die FSG-LAK (SPÖ) mit Landarbeiter-Vizepräsident Karl Orthaber an der Spitze in den Kampf um Stimmen ziehen.

„Es ist wichtig, dass wir weiterhin in der Kammer vertreten sind, weil Kontrolle notwendig ist“, sagt Orthaber im Gespräch mit dem KURIER. Er plant eine größere Tour mit dem Rad, bei der er Betriebe – vor allem im Raum rund um Wien – besuchen will.

FPÖ dürfte ebenfalls antreten

Wie der KURIER erfuhr, könnte die Wahl durchaus spannend werden, weil die Freiheitlichen diesmal ebenfalls antreten könnten. Offiziell will man einen Wahlantritt noch nicht bestätigen, die Zeichen stehen jedoch auf eine blaue Beteiligung.

Zeit bleibt der FPÖ noch für die Listenerstellung: Bis zum 1. April müssen die Wahlvorschläge abgegeben werden.

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