Kulinarische Design-Trends

Extravagante Kreationen für Neugierige, Experimentierfreudige und Mutige - Schoko-Erdbeer-Lippenstift, Lust-Besteck und Geräusch-Brot.

Gewöhnliches ist von gestern – Jetzt wird’s experimentell. Da es einigen Spitzenköchen offensichtlich nicht genügt, ihre Kreativität am Herd auszuleben begeben sie sich nun auf neues Terrain. Dass Köche auch Designer sind zeigt sich nicht zuletzt auf ihren oft kunstvoll angerichteten Gerichten. Auch Gebrauchsgegenstände wie Sofas oder Lampen, Bratpfannen oder Korkenzieher wurden schon mal gestaltet. Die kulinarische Kreativität erreicht nun aber ein neues Niveau. Pumps werden mit Absätzen aus Schokolade versehen, Burger mit grünem Schaum umhüllt und aus Teenüssen wird eine Halskette für’s sinnliche Aroma-Bad.

Essen und Sex

Der Pariser Philippe Di Meo bestreitet in Sachen Küche und Design einen ganz eigenen Weg. Gemeinsam mit führenden französischen Unternehmen wie dem Kristallwarenerzeuger Baccarat oder der Nobel-Besteckmarke Christofle widmet er sich der Symbiose aus Essen und Erotik. Mit seiner Kollektion "Souperfin" vereint er Sinnlichkeit, Körperlichkeit und Essen. Mehr zu Di Meos Genuss-Objekten sehen Sie in der Bilderstrecke.

Die Gourmets an ihre Grenzen führen

Marc Bretillot, einer der führenden Vertreter des kulinarischen Designs, betont, dass er mit seiner Arbeit Menschen an ihre Grenzen führen möchte – an die Grenzen des (guten) Geschmacks. Dem Innovationsgeist sind dabei keine Grenzen gesetzt, einzig die Reaktion auf Bretillots Kreationen ist oft verhalten. Menschen stehen Neuem generell misstrauisch gegenüber. Gerade wenn es um Essen und Nahrungsmittel geht scheuen viele Experimente. Das Sprichwort "Was der Bauer nicht kennt, das (fr)isst er nicht" kommt schließlich nicht von ungefähr. So kostet es Bretillots "Gästen" einiges an Überwindung sich beispielsweise an grünlich schäumende Sandwiches heranzutrauen.

Design-Gerichte aus aller Welt

Auch Edouard Malbois, Chef der Firma Enivrance, hat sich dem Thema Essen und Design verschrieben. Sein Zugang ist international – er bereist die ganze Welt und sucht nach Design-Gerichten mit dem gewissen Etwas. Gemeinsam mit Heston Blumenthal vom Londoner In-Restaurant "Fat Duck" hat er beispielsweise ein "Geräusch-Algenbrot" entwickelt. Beim herzhaften Biss ins Brot ertönt etwas, das an knirschenden Sand und Möwengeschrei erinnert. Es bleibt offen, mit welchen weiteren Kreationen uns die Designer-Köche demnächst noch überraschen werden.

Erstellt am 05.12.2011