Nach Kritik und Korrektur: Geschäftsideen in Krems ausgezeichnet
Die ausgezeichneten Wirtschaftstreibenden trafen sich zum Abschluss des Wettbewerbs für einen Fototermin.
Er habe seit jeher einen "Hang zur Gastronomie", so Rudolf Riegler. Der einstige Gänserndorfer hat sich in Krems niedergelassen und plant, Ende Mai das "Caffé Bar Centrale" am Moserplatz in der Innenstadt zu eröffnen. Damit erfüllt sich für den studierten Betriebswirt der lange gehegte Lebenstraum vom eigenen Lokal. Für diese Entscheidung habe es unter anderem viel Mut und Vorbereitung gebraucht, schilderte Riegler.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt sein Vorhaben durch eine Initiative der Stadt Krems. Mitte März wurde das Projekt "Meine Geschäftsidee Krems" beendet. Rund ein Jahr lang konnten Gründerinnen und Gründer ihre Vorhaben einreichen, um einen Teil der mit 36.000 Euro dotierten Fördersumme zu erhalten. Zwölf von 29 eingebrachten Ideen überzeugten die Jury und erhielten kürzlich eine Auszeichnung – darunter auch Rieglers Gastronomiebetrieb.
Altstadt beleben
Derzeit fließe viel Geld und Zeit in die Infrastruktur, erklärte Bürgermeister Peter Molnar (SPÖ) die Hintergründe der Aktion. Gebäude in der Altstadt würden renoviert und erneuert. Als Höhepunkt bezeichnet der Ortschef die Umgestaltung der Unteren Landstraße zur Begegnungszone und die damit einhergegangene Erweiterung der Fußgängerzone. Der Wettbewerb sollte nun einen Beitrag dazu leisten, Geschäftsräume mit Leben zu füllen. Eine Förderung sei zwar kein magisches Instrument, so Wirtschaftsstadtrat Florian Kamleitner (ÖVP), könne jedoch Anreize schaffen und Wertschätzung ausdrücken. Mit diesen und weiteren Maßnahmen soll ein ansprechender Rahmen für Wirtschaftstreibende geboten werden.
Mit der grafischen Gestaltung wurde eine Firma aus Krems beauftragt.
Für die Abwicklung des Projekts war zuletzt das Stadtmarketing Krems zuständig. Geschäftsführer Horst Berger räumte ein, dass 3.000 Euro Förderung pro Person für einige wenig klingen mögen. Die Finanzmittel würden dafür direkt ausbezahlt. Zudem sei im Vorhinein unklar gewesen, wie viele Personen sich tatsächlich bewerben und auf wie viele die Summe entsprechend aufgeteilt werde. Neben den ausgeschütteten Geldern würden Beratungsleistungen von der Wirtschaftskammer und der Astoria Steuerberatung zur Verfügung gestellt. Mit Holger Lang-Zmeck und Stefan Taglieber waren die beiden Organisationen auch in der sechsköpfigen Wettbewerbsjury vertreten.
Überarbeitete Version nach Kritik
Ursprünglich war die Initiative "Meine Geschäftsidee Krems" im Frühjahr 2025 unter dem Titel "Start-Up-Wettbewerb Krems" ins Leben gerufen worden. Im September 2025 folgte die Auszeichnung von fünf Ideen – und deutliche Kritik an dem Projekt.
So befand sich keines der ausgewählten Unternehmen, wie geplant, in der Unteren Landstraße. Darüber hinaus war unter den damaligen Förderempfängern eine Person, die selbst in der Jury des Wettbewerbs saß. Das Kontrollamt untersuchte schließlich die Situation. Der Wettbewerb wurde neu aufgesetzt, auf die gesamte Altstadt erweitert und die Einreichfrist verlängert. Zudem dürfen Jurymitglieder gemäß der neuen Förderkriterien künftig nicht teilnehmen. Jene Personen, denen die Förderung bereits zugesagt wurde und die weiterhin alle Kriterien erfüllten, erhielten das Geld – nicht jedoch das Jurymitglied.
Wenig Leerstand
Parallel zum Projektabschluss wurden auch Zahlen zum Leerstand präsentiert. In der Altstadt sind 5,1 Prozent der Flächen derzeit ungenutzt, im Kernbereich der Fußgängerzone liegt der Wert bei 4 Prozent. Seit 2025 wurden rund 29 Neueröffnungen verzeichnet. Eine niedrige Quote, so das Fazit.
Rudolf Riegler ist es ebenfalls ein Anliegen, Leben in der Innenstadt zu halten. "Ich habe damals in Deutsch-Wagram miterlebt, wie ein Stadtzentrum langsam immer weiter ausgestorben ist", sagt der Gründer. Umso mehr freue es ihn, hier mit seinem Unternehmen entgegenwirken und Teil des Projekts sein zu können.
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