Chronik | Niederösterreich
16.04.2012

Kraftwerk bleibt umstritten

Behörden starten bereits mit der Prüfung des Projektes, die Gegner machen nochmals mobil. EVN weist Kritik zurück.

Das Kraftwerksprojekt Hohe Brücke, das im Grenzbereich der beiden Gemeinden St. Georgen und Ferschnitz entstehen soll, hat bereits die zweite Stufe erreicht. Denn nun sind die Behörden am Zug, ob das Kraftwerk im Ybbsfluss errichtet werden kann oder auch nicht. Noch diese Woche soll mit der wasserrechtlichen Prüfung gestartet werden, im Mai geht es dann um die Bereiche Natur- und Forstschutz. „Gibt es keine Verzögerungen, könnte mit dem Bau im Frühjahr 2013 begonnen werden“, sagt EVN-Sprecher Stefan Zach im KURIER-Gespräch.

Allerdings gibt es nach wie vor massiven Widerstand gegen dieses Vorhaben. Interessensgruppen wie etwa pro ybbs, Rettet die Ybbs-Äsche, WWF und dem Thymallus Fliegenfischerclub haben sich nun in einem offenen Brief an Landesrat Stephan Pernkopf gewandt. Ihr Vorwurf: Man fühle sich übergangen, weil es noch keinen „Runden Tisch“ gab, das Behördenverfahren aber bereits eingeleitet wurde.

„Es wird über unseren Köpfen hinweg entschieden“, beklagen sich die NGOs. So hätte auch das EVN-Kraftwerk Dorfmühle im Bereich Allhartsberg/Kematen nichts Gutes gebracht. „Der gesamte Staubereich samt Naturbad hätte sich zu einer mit Schlamm und Algen verseuchten stinkenden Kloake verwandelt.“

Prüfung

Zach kann über solche Anschuldigungen nur den Kopf schütteln. „Stimmt nicht. Das Naturbad ist noch immer sehr beliebt. Man muss sich nur anschauen, wie viele Menschen hier im Sommer baden gehen.“ Auch die Kritik, dass die Interessensgruppen in Sachen Kraftwerk nicht eingebunden gewesen seien, weist man bei der EVN entschieden zurück. Zach: „Es gab zahlreiche Informationsveranstaltungen. Die Bevölkerung wurde über jeden Schritt informiert.“

Auch beim Land Niederösterreich will man den offenen Brief der Kraftwerksgegner nicht unkommentiert lassen. „Man kann niemandem verbieten ein Projekt einzureichen. Aber wir können versichern, dass wir sehr genau prüfen werden“, heißt es aus dem Büro von Landesrat Pernkopf.

Sicher ist jedenfalls: Das Kraftwerk wird weiter für Zündstoff sorgen.