Knappe Mehrheit wählte Resch zum Kremser Bürgermeister

Bürgermeister Reinhard Resch Krems…
Foto: KURIER/Jürgen Zahrl Bürgermeister Resch mit der neuen Vizebürgermeisterin Eva Hollerer.

Mit nur 21 von 40 Stimmen startet Resch (SPÖ) in seine zweite Amtszeit.

Nachdenklich saß Reinhard Resch (SPÖ) auf seinem Stuhl, nachdem er Dienstagabend die Wahl zum Kremser Bürgermeister angenommen hatte. Nur mit einer hauchdünnen Mehrheit konnte er sich bei der konstituierenden Gemeinderatssitzung seine zweite Amtszeit sichern. Vor knapp vier Wochen hatte er noch mehr zu lachen, als er bei der Gemeinderatswahl drei Mandate dazugewann und nur um zwei Sitze (insgesamt 19 von 40 Sitzen) die absolute Mehrheit verpasste. Rauere Zeiten stehen in der Kremser Stadtpolitik offenbar bevor.

Während Resch bei seiner ersten Mal vor fünf Jahren noch 30 von 40 Stimmen für sich verbuchen konnte, waren es diesmal nur 21. Neben  der FPÖ dürfte bei der geheimen Wahl auch die Kremser Volkspartei deutlich protestiert haben. Sechs Stimmen - genauso viele Mandate haben die Freiheitlichen im Gemeinderat - entfielen auf Susanne Rosenkranz, 13 Stimmzettel blieben weiß. Alleine die ÖVP hat elf Mandate im Gemeinderat. Die FPÖ hatte bereits im Vorfeld angekündigt, Resch nicht zum Bürgermeister wählen zu wollen, weil ihr der Vorsitz im Kontrollausschuss verwehrt blieb. Laut Bürgermeister Resch bekommt diesen Posten seit Jahren jene Partei, die stimmenstärkste Fraktion außerhalb des Stadtsenats ist. Da die Grünen und Bürgerliste Pro Krems nur noch mit jeweils einem Sitz vertreten sind, fiel die Entscheidung diesmal auf die Kremser Kommunisten (KLS), die zwei Vertreter im Gemeinderat haben.

Knappe Ergebnisse

Ähnlich knapp waren die Ergebnisse bei den Vizebürgermeister-Wahlen. Während Eva Hollerer (SPÖ) mit 22 von 40 Stimmen zur ersten Vizebürgermeisterin gewählt wurde, erzielte Erwin Krammer (ÖVP) das gleiche hauchdünne Ergebnis wie Resch. Mit 21 Stimmen wurde  er zum zweiten Vizebürgermeister gewählt.

Eine Frage bleibt, die Bürgermeister Resch bis Ende November geklärt wissen will: Mit welcher Partei soll seine SPÖ ein Arbeitsübereinkommen unterschreiben, um in Krems weiterregieren zu können? Die ÖVP hat ein deutliches Signal abgegeben, mit dem die Ära der rot-schwarzen Stadtkoalition wohl aus ihrer Sicht zu Ende scheint. Mangels Alternativen bildeten SPÖ und ÖVP über Jahrzehnte eine "Zwangsheirat", wobei die Sozialdemokraten bis 2012 fast immer in der Rolle des Juniorpartners waren. Schon zwei Mandate einer anderen Fraktion sichert Resch die Mehrheit, die er sich zumindest für das Stadtbudget fixieren will.

(Kurier) Erstellt am
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