Chronik | Niederösterreich
08.06.2018

Klosterneuburg: Immer noch Ärger über Umstellung auf Tagesklinik

Die Mutter einer Unfallpatientin kann kein Verständnis über die aktuelle Handhabung aufbringen.

„Meine 92-jährige Mutter hatte am Donnerstagabend einen Unfall, bei dem sie eine blutende Kopfverletzung erlitten hat“, erzählt Hanna Fuchs aus Klosterneuburg (Bezirk Tulln). Um halb zwei in der Früh war Fuchs Mutter mit der Behandlung im Universitätsklinikum Tulln fertig. Sie wurde dortbehalten. Fuchs selbst musste wieder eine halbe Stunde nach Hause fahren. Sie sagt: „Ich finde es beschämend, dass es auf ein paar Euro ankommt, die man durch die Zusammenlegung von medizinischen Nahversorgungen vielleicht einsparen kann, egal, wie sehr die Patienten darunter leiden.“ Das postet sie auch auf Facebook.

Hintergrund des Ärgers: 2016 wurde das Landesklinikum Klosterneuburg in eine Tagesklinik umgewandelt. Seither ist die chirurgische Ambulanz nur mehr werktags zwischen acht und achtzehn Uhr geöffnet – weshalb Fuchs auch nach Tulln fahren musste. „Die Klosterneuburger befinden sich noch immer in einer Umstellungsphase. Sie waren gewohnt, dass sie in Klosterneuburg eine Komplettversorgung bekommen“, sagt Thomas Wordie, Bezirksstellenleiter vom Roten Kreuz. Unter dem Post von Fuchs startete erneut eine Debatte.

Kürzere Wartezeiten

Unverständnis besteht auch, warum vorwiegend Tulln von Rettungstransporten angefahren wird, wenn doch das Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus fahrtechnisch näher ist. Wordie erklärt: „Die Entscheidung, wo ein Patient hingebracht wird, basiert auf mehreren Faktoren – die wichtigsten: Was hat der Patient und welches ist das nächste geeignete Krankenhaus dafür, das Kapazitäten hat?“ Primär werde von Klosterneuburg aus Tulln angefahren – auch weil die Wartezeiten hier tendenziell kürzer seien als in Wien.