Rüstkammer für Katastrophenfälle in NÖ in Betrieb genommen

Land stärkt mit Millioneninvestition in den Containerterminal 3 im NÖ Sicherheitszentrum Tulln die Schlagkraft der Feuerwehren.
Containerterminal eröffnet

Mit dem neuen Containerterminal 3 im Feuerwehr- und Sicherheitszentrum Tulln wurde Dienstagabend die optisch auffälligste Reaktion des Landes Niederösterreich auf die Hochwasserkatastrophe im September 2024 eröffnet. Die neue Anlage ist ein Herzstück des künftigen Katastrophenschutzes in Niederösterreich.

Ehrengäste bei Containerterminal

Landesverantwortliche rund um LH Mikl-Leitner waren stolz auf Großinvestition.

Mit 1.700 Quadratmeter Hallenfläche sowie mehr als 2000 Freifläche wurde ein professionelles Großlager für die Feuerwehren und den Zivilschutz im Katastrophenfall geschaffen. Die neue Einsatzdrehscheibe bietet Stellplätze für Wechselladecontainer und Anhänger, Abstellflächen für Lkw, Großpumpen, Schlauchreserven, Sandsackfüllgerätschaften sowie für viele weitere Spezialgeräte und Ausrüstungen.

Millioneninvestition

Beim Spatenstich im April des Vorjahres waren Investitionen von rund vier Millionen Euro in den Terminal und rund 1,5 bis 2 Millionen Euro in den Ausbau einer autarken Eigenstromversorgung im Tullner Sicherheitszentrum präliminiert. Am Standort werden pro Jahr drei Millionen Kilowattstunden Strom benötigt. Auch 40 E-Ladestellen wurden errichtet.

Die bei der Eröffnung anwesenden Spitzen der nö. Landespolitik zeigten sich über die neue Sicherheitseinrichtung begeistert. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bezeichnete die Erweiterung als "echten Meilenstein", denn mit dem neuen Containerterminal habe man effizientere Logistikstrukturen geschaffen, damit eine schnellere Verfügbarkeit von Einsatzmitteln sowie klare Abläufe möglich seien.

"Diese Erweiterung ist visionär und bedeutet noch höhere Sicherheit für die Bevölkerung und auch für unsere Einsatzkräfte", so Mikl-Leitner. Man wolle den Einsatzkräften optimale Rahmenbedingungen bieten, um die Aufgaben im Katastrophenfall bestmöglich erfüllen zu können. Zudem werde weiter gezielt in Hochwasserschutz, Retentionsflächen für die Flüsse und in die Ausrüstung der Feuerwehren investiert.

NÖ Feuerwehren

Bei der Gelegenheit dankte die Landeshauptfrau den 105.000 Feuerwehrmitgliedern für die 2025 geleisteten 68.000 Einsätze und über 7,5 Millionen geleisteten Stunden.

Großlager für Kataqstrophenschutzgerät

Großlager für Kataqstrophenschutzgerät.

Niederösterreich verfüge über eines der dichtesten Feuerwehrnetze Europas, das besonders in Krisensituationen, wie etwa beim Hochwasser 2024, seine Stärke immer wieder unter Beweis stelle, sagte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Die Landespolitik bemühe sich, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Feuerwehren zu schaffen.

Blackout-Vorsorge

Pernkopf wies auf Beschaffungsaktionen für moderne Einsatzfahrzeuge, durch die Kosten gespart werden konnten, hin. Aktuell wird in Digitalisierung und moderne Alarmierungssysteme investiert. Ein Schwerpunkt gelte auch der Stärkung der Standorte der Feuerwehren mit Notstromversorgung als Blackout-Prävention. Bei der Ertüchtigung von 520 Feuerwehrhäusern half das Land NÖ bereits mit.

spatenstich des Containerterminals

Spatenstich für den Containerterminal im Vorjahr.

"Mit dem neuen Containerterminal in Tulln schaffen wir eine entscheidende Verbesserung für die Logistik im Katastrophenschutz", versicherte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. Gerade bei großflächigen Schadensereignissen – wie etwa beim Hochwasser 2024 – sei es von zentraler Bedeutung, dass Einsatzmittel rasch verfügbar seien und strukturiert bereitgestellt werden könnten.

Als Gratulant stellte sich auch Robert Mayer, der Kommandant des Bundesfeuerwehrverbandes, ein. "Es gibt derzeit nichts Vergleichbares in Österreich", sagte er.

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