Chronik | Niederösterreich
18.05.2018

Jungunternehmer eröffnen Gent's Life: Bart und Bier beim Barbier

Yasin Toprakkale eröffnete mit seinem Cousin in Baden einen Barbershop der besonderen Art.

Barbier aus Leidenschaft – so könnte man Yasin Toprakkale wohl bezeichnen. Der 26-jährige gelernte Frisör bringt gemeinsam mit seinem Cousin Sinan Polat mit „Gent’s life“ die Kunst des Barttrimmens nach Baden – und damit auch den hippen Zeitgeist. Es ist bereits der zweite Laden des Duos, seit 2015 betreibt Polat einen Barbershop im burgenländischen Neufeld/Leitha.

„Wir sind türkischer Herkunft. Und in der Türkei sind Barbershops Standard. Hier in Österreich sind sie aber noch selten“, erzählt Toprakkale. Doch die Nachfrage nach dem Service für den Mann, bei dem der Bart mit scharfer Klinge rasiert wird, boomt.

Dass er in Baden eröffnet hat, ist kein Zufall: „Ein Barbershop ist ‚old school‘“, meint Toprakkale. Deshalb habe man sich für die historische Kurstadt entschieden. Klassisch ist auch das Geschäft selbst. Dunkles Holz, Ziegelwand. Bei der Einrichtung und Ausstattung haben die Geschäftsmänner nichts dem Zufall überlassen. „Nicht jeder, der sich Barbershop nennt, ist auch einer“, erklärt Toprakkale. Dazu brauche es die richtigen Barber-Stühle, die man nach hinten kippen kann, sowie die Ausrüstung.

Europaweit suchten die beiden Barbiere daher penibel nach stilechten Einrichtungsgegenständen. Die Stühle etwa stammen aus England. In der Türkei sahen sich Toprakkale und Polat nach speziellen Klingen, Bürsten und Rasierschaum um. Sogar eine rot-blaue Barberpole, das klassische Merkmal eines Barbershops, dreht sich bei ihrem Geschäft.

Bar und Billard

Neben Rasur und Haarschnitt gibt es aber noch ein Service, das Männerherzen – vom Hipster bis zum Geschäftsmann – höher schlagen lässt: „Das Besondere ist eine Bartheke, bei der Kunden gratis Whiskey, Bier oder Cola angeboten wird“, sagt Toprakkale. Dazu kommt ein Billard-Tisch, der die Wartezeit verkürzt. „Es ist eine wahre Männerhöhle.“

Mittlerweile haben die Cousins in beiden Geschäften sieben Mitarbeiter. Läuft es gut, will Toprakkale das Angebot in Baden ausweiten. „Wir haben jetzt drei Barberstühle, zwei weitere sind möglich.“ Dem Frisördasein hat er abgeschworen hat. „Als Barbier fühle ich mich wohler.“