Laut für Gleichberechtigung: Jael Wernert von Black SunZet
Von Laura Pusker
„Zu wissen, dass alle zehn Minuten eine Frau stirbt, nur weil sie eine Frau ist, dass Gewalt gegen Frauen normalisiert ist und dass im Jahr 2026 noch immer keine Chancengleichheit herrscht, das macht uns wütend“, erklärt Jael Wernert, Schlagzeugerin und Backgroundsängerin der Band Black SunZet.
Black SunZet ist eine Punkrockband, die ausschließlich aus Frauen besteht. Gegründet wurde sie vor drei Jahren von Johanna, Selma und Jael. Ihr Ziel ist es, laute und starke Musik zu machen um gesellschaftliche Themen anzusprechen, die sie bewegen. Mit ihren Songs wollen sie Menschen ermutigen, für sich selbst einzustehen und sich ihren Raum zu nehmen.
Die aus Korneuburg stammende 19-jährige Musikerin ist heute Studentin an der Universität Wien und verbindet neben ihrem Studium gleich zwei große Leidenschaften: Musik und Sport. Jael spielt seit ihrer Kindheit Schlagzeug und betreibt gleichzeitig erfolgreich Judo als Leistungssport.
Besonders wichtig ist der Band dabei ihr Song „My Body, My Choice“. Mit dieser Hymne gegen Gewalt gewann Black SunZet 2026 den FM4-Protestsongcontest. „Wir haben gesehen, dass wir Menschen erreichen und wirklich etwas bewegen können“, sagt Jael. Der Song gebe Betroffenen eine Stimme und richte sich gegen das Wegschauen und Schweigen.
Die Songs entstehen dabei immer gemeinsam. Die drei Musikerinnen sammeln ihre Ideen zunächst in einer gemeinsamen Songwriting-Chatgruppe, bevor sie diese im Proberaum zu fertigen Songs entwickeln. „Im Schaffensprozess kommen wir dann in einen Flow und befinden uns in einer zeit- und raumlosen Blase, nur wir und unsere Musik“, erzählt Jael.
Zwischen Musik und Judo
Doch Musik ist nicht Jaels einziges Standbein. Neben der Band ist sie auch im Leistungssport aktiv. Seit ihrer Kindheit betreibt sie Judo und gehört aktuell zum U21-Kader. Zu ihren größten Erfolgen zählen eine Medaille bei den European Youth Olympic Festivals, eine U18-EM-Medaille sowie ein siebenter Platz bei der U18-Weltmeisterschaft. Diese Erfolge seien vor allem das Ergebnis von Disziplin und Durchhaltevermögen, besonders nachdem sie zwei schwere Knieverletzungen überwinden musste.
Jael Wernert kämpft bei einem Judo Wettkampf um den Sieg.
Für Jael gehören Judo und Musik eng zusammen. „Sie sind wie mein linkes und mein rechtes Bein“, sagt sie. Während sie auf der Judomatte für sich selbst kämpft, setzt sie sich auf der Bühne gemeinsam mit ihrer Band für Gleichberechtigung ein.
Dass ihre Musik Menschen bewegt, hat sie besonders bei einem Konzert in München gespürt. Nach dem Auftritt kamen mehrere Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Band zu und bedankten sich persönlich dafür, dass sie diese Themen aufgreifen. „Da habe ich gemerkt, dass unsere Musik wirklich etwas auslösen kann“, erinnert sich Jael.
Nach dem Sieg beim Protestsongcontest geht es für Black SunZet nun weiter mit neuen Projekten. Die Band arbeitet derzeit an ihrem Debütalbum und plant weitere Konzerte. „Wir werden unsere Message gegen Gewalt und für mehr Respekt auf jeden Fall weiter verbreiten“, sagt Jael.
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