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© Reuters/VINCENT WEST

Chronik | Niederösterreich
11/28/2013

Niederösterreicherin droht Todesstrafe

Eine 39-jährige Frau ist in den Schmuggel von knapp einem Kilogramm Drogen verwickelt.

In Indonesien warten derzeit 130 Menschen auf die Vollstreckung der Todesstrafe, die Hälfte davon wegen Drogendelikten. Darunter könnte sich bald auch eine Österreicherin befinden. Sie wurde, wie der KURIER jetzt in Erfahrung brachte, bereits Anfang November am Soekarno-Hatta International Airport in Jakarta verhaftet. Die Frau soll gemeinsam mit einem Einheimischen, zwei Malaysiern und einem Taiwanesen versucht haben, knapp ein Kilo Heroin und Metamphetamin außer Landes zu bringen.

Das örtliche Konsulat hat sich bereits als Vermittler eingeschaltet. Außenamtssprecher Martin Weiss bestätigte, dass die Frau derzeit in Indonesien in Haft sitzt: „Wir hoffen aufgrund der Umstände, dass keine Todesstrafe verhängt wird. Aber Indonesien ist sehr strikt, was Drogen betrifft. Alternativ drohen sonst auch 20 Jahre Gefängnis.“ Die Drogen im Gesamtwert von rund 800.000 Euro sollen von vier der fünf Schmuggler in Plastik eingepackt am Körper transportiert worden sein. Nur die Niederösterreicherin dürfte das Heroin im doppelten Boden ihres Koffers gelagert haben.

Erst im Sommer wurde die Exekution einer 57-jährigen Britin bestätigt. Sie war mit fünf Kilo Kokain am Flughafen von Bali erwischt worden. Die Frau gab an, von lokalen Banden bedroht und dazu gezwungen worden zu sein. Das Höchste Gericht Indonesiens erklärte die Todesstrafe dennoch für angemessen. In dem asiatischen Land kennt man bei derartigen Delikten keine Gnade, bereits das Schmuggeln von fünf Gramm Suchtgift kann zum Todesurteil führen. Allein neun solche Urteile sollen heuer bereits vollstreckt worden sein, berichtet Amnesty International. Ausländer werden genauso hart bestraft wie Indonesier, die Gerichte machen keinen Unterschied.

Bei der Vollstreckung werden die Delinquenten auf einen Erschießungsplatz geführt. Zwölf Soldaten treten an und nur drei haben scharfe Munition. Mit dieser werden die Todeskandidaten aus wenigen Metern Entfernung hingerichtet. Die Verurteilten haben eine Augenbinde um.

Mehr Kontrollen

Laut Jakarta Post registrieren die Behörden derzeit einen Anstieg an Drogenkriminalität. Heuer wurden 84 Schmuggler erwischt, im Vorjahr 52 und im Jahr davor 39. Die Behörden haben angekündigt, die Kontrollen auf Flughäfen zu verschärfen.

Sieben Länder weltweit bedrohen Drogenhandel mit dem Tod: Neben Indonesien sind das der Iran, Saudi-Arabien, Malaysia, Singapur, Thailand und Taiwan. Allein in Thailand sitzen derzeit 2500 Menschen – großteils wegen Drogenhandels – in der Todeszelle.