Chronik | Niederösterreich
27.06.2017

Illegale Raves quer durch NÖ

Innerhalb knapp einer Woche wurden drei Tanzevents ohne Genehmigung aufgelöst

Um halb acht Uhr Früh wurde am Sonntag Anzeige wegen Lärmerregung bei der Bezirkshauptmannschaft Gmünd erstattet. In einem Waldstück in Rottal an der tschechischen Grenze hatte eine illegale Rave-Party stattgefunden. "Gefeiert haben um die 50 Personen", sagt Polizeisprecherin Manuela Weinkirn. "Es ist völlig unverantwortlich, bei dieser Trockenheit so etwas im Wald zu veranstalten", zeigt sich Bürgermeister Adolf Kainz (ÖVP), der auch Kommandant der örtlichen Feuerwehr ist, verärgert.

Es ist bereits der dritte Rave, der innerhalb knapp einer Woche in Niederösterreich aufgelöst wurde. "Die warmen Temperaturen scheinen mitverantwortlich zu sein", so Weinkirn. Am 17. Juni wurde eine Party mit rund 700 Feiernden am Truppenübungsplatz Allentsteig (Bezirk Zwettl)von einem Passanten angezeigt. Der Bezirkshauptmann Michael Widermann erklärt, dass es im Bezirk schon öfter illegale Raves gegeben hat, den bislang letzten im März: "Die Szene wird nicht gescheiter und schaut, dass sie die Feste mit Genehmigungen machen." Die Höchststrafe beträgt 7000 Euro. "Die Partys finden quer durch Niederösterreich statt. Es ist schwierig zu sagen, wie viele es tatsächlich sind. Die meisten sind versteckt und werden nur gehört, wenn der Wind für sie schlecht steht", sagt Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner.

Vernetzte Veranstalter

Am 15. Juni hatte in Enzersdorf an der Fischa (Bezirk Bruck/Leitha) eine Party in einer Schottergrube mit 300 Menschen stattgefunden. Dabei wurde eine acht mal vier Meter große Lautsprecherwand aufgebaut. Drei Personen wurden ausgeforscht, die als Veranstalter fungiert haben sollen. "Es sind aber immer andere Veranstalter. Sie sind nur vernetzt und borgen einander das Equipment, das halbwegs professionell ist", sagt Schwaigerlehner. Verhindert werden könnten solche Partys nicht. An Orten, an denen schon mal eine Party war, wird vermehrt Streife gefahren. "Sonst kann man nur an die Vernunft appellieren, die Party anzumelden."