„Ich mache nicht den Kasperl“

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Bei der konstituierenden Sitzung kann der Stadtchef mit breiter Unterstützung rechnen – auch vom Mann in Uniform.

Foto: Wolfgang Atzenhofer

Dunkle Kleidung ist laut Einladung erwünscht, wenn am kommenden Montag in Waidhofen an der Ybbs die konstituierende Sitzung über die Bühne geht. Schließlich soll es beim anschließenden Gruppenfoto keinen farblichen Ausreißer geben.

Der Wunsch der Stadtverantwortlichen wird sogar von jenem Mann erhört, der mehr als nur einen Farbtupfer in die politische Landschaft im Mostviertel gebracht hat. Martin Dowalil, der gern in blitzblanker weißer Uniform aufmarschiert, hat sich für seine erste Sitzung schon einen Plan zurechtgelegt. „Möglicherweise ziehe ich mir eine schottische Hochzeitstracht an. Die ist dunkel und die Orden passen auch drauf“, lacht er im KURIER-Gespräch. Zur Lachnummer im Gemeinderat will Dowalil freilich nicht werden. „Ich mache nicht den Kasperl, sondern will konstruktiv mitmachen.“ Er hat zum Beispiel schon im Vorfeld seine Gedanken zu einem geplanten Radweg deponiert. Wird er Wolfgang Mayr am Montag wieder zum Stadtchef wählen? „Ich habe immer gesagt, dass die stimmenstärkste Partei den Bürgermeister stellen soll.“

Geheim

Diese Meinung teilen übrigens viele Parteien. Die Grünen, die Bürgerliste UWG und auch die Freiheitlichen. Nur bei der SPÖ tritt man auf die Bremse, ob es aus den roten Reihen Unterstützung für Mayr geben könnte. „Es handelt sich ja um eine geheime Wahl“, sagt Vizebürgermeister Martin Reifecker. Er sieht aber auch noch „einige Baustellen“ auf dem Weg zu einer neuen Stadtregierung. „Es ist noch völlig unklar, wie sich die Ausschüsse zusammensetzen werden. Da gibt es noch Diskussionsbedarf.“

So oder so: Um Projekte künftig durchsetzen zu können, braucht der zukünftige Stadtchef, der ohne Zweifel Wolfgang Mayr heißen wird, Mehrheiten. Denn insgesamt gibt es 40 Mandate, die ÖVP hat 20 und damit keine absolute Mehrheit mehr. „Eine Koalition wird es sicher nicht geben, sondern eine Zusammenarbeit bei den Sachthemen“, sagt ÖVP-Obmann Werner Krammer.

(kurier) Erstellt am
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