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Letzter weißer Fleck verschwindet: Hollabrunn bekommt Sportmittelschule

Der Bezirk Hollabrunn war der letzte, der keine Sportmittelschule hatte. Das ändert sich nach jahrzehntelanger Ausdauer im September.
Sechs Kinder und drei Erwachsene stehen fröhlich auf einem Sportplatz vor einem Basketballkorb, einige halten Bälle in der Hand.

Gut Ding braucht Weile. Ein Sprichwort, an das sich die Lehrer der Hollabrunner Mittelschule (MS) in den vergangenen Jahrzehnten geklammert haben: Jeder Bezirk in Niederösterreich hat mindestens eine Sportmittelschule. Ein weißer Fleck ist nur in Hollabrunn. Doch das ändert sich mit dem Schuljahr 2026/27: "Wir haben es geschafft! Bei unserem Schulfest am 19. Juni wird uns Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister zur Sportmittelschule machen", ist Direktor Bernhard Aschinger stolz, dass dies noch in seiner Ära gelungen ist.

Denn seit er in den späten 1980er-Jahren als Lehrer hier begonnen hat, war der sportliche Schwerpunkt ein Thema. Nicht nur bei ihm: "Ich bin jetzt das 37. Jahr hier an der Schule. Es war immer schon Werners Ambition, den weißen Fleck auf der Landkarte zu füllen. Im Jänner haben wir es jetzt endlich geschafft", sagt Elisabeth Schüttengruber-Holly, die in ihrer Funktion als Bildungsstadträtin (ÖVP) und Obfrau der Mittelschulgemeinschaft beim Pressegespräch dabei ist.

"Unser Standort ist prädestiniert"

Werner Althammer nickt. Der Sportlehrer hat Ausdauer bewiesen, er ist seit Jahrzehnten dahinter, den sportlichen Schwerpunkt nach Hollabrunn zu bringen. "Ich war im Sportgymnasium. Das, was Arno Klien dort aufgebaut hat, hat mich sehr inspiriert", so der Sportlehrer. Das Ziel ist jetzt endlich erreicht. "Unser Standort ist mehr als prädestiniert. Andere Sportmittelschulen haben nicht einmal eigene Turnsäle", denkt er an die sportliche Infrastruktur rund um die Schule. Freizeitplatz, Kunsteisbahn, Freibad, Stadion mit Leichtathletikanlage, Fußball- und Tennisplätze, Motorik- und Skaterpark und der Wald liegen in unmittelbarer Nähe.

Sechs Kinder und drei Erwachsene stehen fröhlich auf einem Sportplatz vor einem Basketballkorb, einige halten Bälle in der Hand.

Mit dem Schuljahr 2026/27 wird aus der Hollabrunner Mittelschule endlich eine Sportmittelschule. Da jubeln (v.l.) Direktor Bernhard Aschinger, Bildungsstadträtin Elisabeth Schüttengruber-Holly und Sportlehrer Werner Althammer sowie die Schüler der aktuellen Sportklasse. 

Warum hat es trotzdem fast fünf Jahrzehnte gedauert, den Schwerpunkt nach Hollabrunn zu holen? "Es war eben so. Schwamm drüber. Jetzt freuen wir uns, dass wir ihn ab nächsten Jahr haben", bleibt der Schulleiter diplomatisch.

Sportklassen gibt es seit acht Jahren an der Mittelschule

Für die Schule ändert sich kaum etwas. Das Logo wird angepasst, ebenso der Stempel des Direktors. Denn den sportlichen Schwerpunkt gibt es schon: Seit acht Jahren gibt es Sportklassen mit sieben Turnstunden von der ersten bis zur dritten Klasse, sechs in der vierten Klasse. Wer in die Sportklasse möchte, musste bereits einen Eignungstest im Vorfeld machen. Was mit dem nächsten Schuljahr hinzukommt, ist der sportmedizinische Eignungstest - nur für die Sportklasse -, der von einem Arzt durchgeführt werden muss.

"Es ist, wie wenn du dir einen Mercedes kaufst. Da willst du auch den Stern haben. Es ist eine Auszeichnung."

von Bernhard Aschinger

Schulleiter

Das Angebot in der künftigen Sportmittelschule (SMS) reicht aber weiter: In jedem Jahrgang gibt es eine Sportklasse, eine Digitalklasse und eine Teamklasse, ist auch für jene Jugendliche etwas dabei, die nicht so sehr auf Sport fokussiert sind. "Jedes Kind findet seinen Platz", ist Aschinger überzeugt, der sich über eine weitere Tatsache freut: "Wir sind eine der wenigen Schulen, die Zuwachs haben. Irgendetwas machen wir richtig." Das sei in einer Schulstadt mit zwei Gymnasien nämlich gar nicht so einfach. Von den rund 250 Schülern kommen etwa 40 aus anderen Schulsprengeln.

Spezialisierung auf Ballsportarten ist angedacht

Die Kooperation mit den örtlichen Sportvereinen soll noch intensiviert werden. "Vielleicht spezialisieren wir uns auch auf Ballsportarten, die haben in Hollabrunn Tradition", denkt Althammer schon einen Schritt weiter. Aschinger ist froh, dass der Zeitpunkt endlich gekommen ist, dass auch seine Schule einen Schwerpunkt bekommt. Damit werde der Bildungssektor nun offiziell aufgewertet: "Es ist, wie wenn du dir einen Mercedes kaufst. Da willst du auch den Stern haben. Es ist eine Auszeichnung", vergleicht der Direktor.

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