Geerntet, gekauft, gekübelt: 53 Prozent der Lebensmittel landen im Müll
Die Schüler der 1b waren die ersten, die die interaktive Wanderausstellung "GewissensBISS – geerntet.gekauft.gekübelt" in der Hollabrunner Mittelschule erkunden durften.
"Uns ist wichtig, dass mit Lebensmitteln bewusst und sorgsam umgegangen wird", sagt Stefan Lang, Obmann des Gemeindeverbands für Abfallwirtschaft und Abgabeneinhebung Hollabrunn (GAH), als eine Wanderausstellung in der Hollabrunner Mittelschule eröffnet wurde.
Diese heißt "GewissensBISS – geerntet.gekauft.gekübelt", das Thema: Lebensmittelverschwendung. "Wichtig ist, dass die Schüler ihr Wissen mit nach Hause nehmen", hoffen Lang und Geschäftsführerin Angelika Büchler, dass nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Eltern Bewusstsein geschaffen wird.
Denn die Zahlen sind erschreckend. Nicht etwa der Handel entsorgt die meisten Lebensmittel, sondern der Endverbraucher, also die Haushalte. 53 Prozent der gekauften Lebensmittel landen im Müll, oft original verpackt.
Obst, Gemüse und Joghurt landen in der Tonne
"Meistens ist es die noch in Plastik verpackte Gurke, allgemein Obst und Gemüse oder Joghurts, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben", weiß Büchler. Durchschnittlich sind es pro Jahr 500 Euro, die so in der Tonne landen.
Um das zu vermeiden, wird mit der interaktiven Wanderausstellung, die von Studierenden der Boku konzipiert wurde, Bewusstsein geschaffen. Alle Klassen der Mittelschule werden die Ausstellung besuchen, ebenso wie Klassen der HLW Hollabrunn und der HTL für Lebensmitteltechnologie. Dann zieht die Ausstellung weiter nach Ravelsbach.
Die Wege von Avocado und Banane
Es gibt eine Station, die sich "Tatort Biotonne" nennt. Hier entdecken die Mädchen und Burschen die Ursachen für Lebensmittelverschwendung. Eine Weltkarte macht die globalen Handelswege - etwa einer Avocado oder einer Banane - sichtbar. Besonders beliebt ist der interaktive Kühlschrank, der zeigt, wie und wo Lebensmittel richtig gelagert werden sollen.
Sorgsamer Umgang spart bares Geld
"Man muss das Thema der Lebensmittelverschwendung permanent spielen", weiß Büchler. Die Lebensmittel müssen nicht weggeworfen werden, sie können eingefroren oder auch weiterverarbeitet werden, nennt sie Beispiele. "Damit sparst du natürlich Geld", so die Geschäftsführerin des Abfallverbands.
Beim Einkauf, aber auch bei der Entsorgung. "Unsere Lebensmittel sind wertvoll – deshalb ist es wichtig, bereits bei den Jüngsten zu vermitteln, dass sie nicht im Müll landen sollten", benennt Büchler das Ziel dieser Ausstellung.
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