Chronik | Niederösterreich
20.06.2017

Hochsaison für Motorrad-Diebe startet

220 Maschinen wurden im Vorjahr in Niederösterreich gestohlen, eine Trend-Umkehr ist nicht in Sicht.

In der Nacht auf den 3. Mai schlugen sie gleich fünf Mal zu. In Wiener Neudorf wurden drei, in Mödling eines und in Wiener Neustadt ebenfalls ein Moped gestohlen. Die Täter konnten unbemerkt entkommen, möglicherweise handelte es sich sogar um eine Auftragstat.

Für die Polizei sind Diebstahlsmeldungen dieser Art längst Routine. Stehen doch in den Frühlings- und Sommermonaten Diebstähle von Motorrädern und Mopeds beinahe auf der Tagesordnung. "Jetzt beginnt nicht nur für die vielen Biker die Hochsaison, auch die Täter gehen leider wieder vermehrt ans Werk", berichtet ein Fahnder im Gespräch mit dem KURIER.

Hotspots

220 einspurige Kraftfahrzeuge wurden im Vorjahr in Niederösterreich gestohlen, heuer sind es schon mehr als 70. Möglicherweise wird die Zahl vom Vorjahr noch übertroffen, heißt es.

"Hotspots bei den Anzeigen sind die Bezirke Mödling und Baden", berichtet Chefermittler Gerhard Walli vom Landeskriminalamt NÖ. Klar ist, dass die Täter oftmals leichtes Spiel haben. "Sie brauchen die Bikes ja nur in einen Kastenwagen heben und können dann gleich weiterfahren. So ein Diebstahl dauert deshalb nur wenige Sekunden", sagt Walli. Besonders beliebt seien bei den Banden unter anderem Mopeds der Marken Vespa oder Bianchi .

Keine Anmeldung

Bei der Polizei beobachtet man seit Jahren, dass die Diebe oft aus östlichen Nachbarländern einreisen, um hier zuzuschlagen. "Nur ein Beispiel: In Ungarn müssen Mopeds mit einer Motorisierung von bis zu 50 Kubikzentimeter nicht angemeldet werden. Das heißt, dass man hier auch ohne Kennzeichen unterwegs sein kann. Damit kann die Beute leicht verwertet werden", berichtet ein Fahnder.

Beamte raten den Besitzern deshalb, Motorräder und Mopeds mit GPS-Tracker (Ortungsgeräte) auszustatten, diese seien im Internet erhältlich. "Man hat etwa 50 Euro Anschaffungskosten. Dafür weiß man aber immer, wo sich das Fahrzeug gerade befindet. Und auch uns kann damit die Arbeit erleichtert werden."