Für Dorli Muhr ist die Auszeichnung ein Beweis für die leider oft unterschätzte Qualität der Rotweine  Niederösterreichs

© Anna Stöcher

Chronik Niederösterreich
10/30/2020

Historische Auszeichnung für Niederösterreichs Rotweine

Der WineSpectator kürte den Blaufränkischen von Winzerin Dorli Muhr aus Prellenkirchen mit einer historischen Höchstnote.

von Caroline Ferstl

„Ein Wein, der elegant am Gaumen tänzelt, dabei gute Konzentration und unglaubliche Komplexität zeigt. Der Duft beginnt mit dem verführerischen Aroma von Hibiskus-Tee und Rose und führt zu einer tiefen und dichten Struktur von Kirsche, Cassis und Lakritze.“

Fast schon poetisch beschreibt Aleksander Zecevic, Sommelier des WineSpectators, den besten Rotwein Österreichs. Wer dabei sofort an das Burgenland denkt, die österreichische Wiege des Rotweines, der irrt: Zecevic spricht von einem Blaufränkischen aus Niederösterreich: dem Ried Spitzerberg Erste Lage 2017 vom Weingut Dorli Muhr (Bezirk Bruck a. d. Leitha).

Der WineSpectator, das größte Weinmagazin der Welt, ehrte diesen in seiner jüngsten Ausgabe mit der höchsten Bewertung, die das Magazin jemals an einen österreichischen Rotwein vergeben hat – mit 94 Punkten.

Persönliche Reben

Winzerin Dorli Muhr sieht in der Auszeichnung mehr als nur einen Preis für ihren edlen Tropfen: „Österreichs Rote bekommen dadurch endlich die Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht. Sie standen lange im Schatten der Weißweine des Landes. Das ist leider auch dem Klimawandel zu verdanken. Vor 30 Jahren hätten wir noch keine Rotweine in dieser Qualität produzieren können. Das ist heute anders.“

Muhr gründete mit 26 Jahren die heute international renommierte Agentur Wine&Partners. Das eigene Weingut folgte im Jahr 2002. Das Herz des Gutes ist eine 0,17 Hektar große Parzelle, die ihre Großmutter im Jahr 1912 zur Hochzeit geschenkt bekam. Muhr erwarb Stück für Stück die benachbarten Weingärten und stellte auf biologische Bewirtschaftung um. „Der Boden hat für mich eine sehr emotionale Bedeutung“, verrät die 55-Jährige. Ihr Blaufränkischer wird heute in 20 Staaten exportiert.

Der Ried Spitzerberg Erste Lage 2017 ist übrigens nicht der einzige ausgezeichnete Wein aus dem Hause Muhr: Auf Platz zwei der Wertung folgt mit 93 Punkten der Ortswein Samt&Seide – ein Blaufränkischer, der aus den Trauben von bis zu 30 Jahre alten Reben hergestellt wird. „Das ist erst der Anfang, es werden noch viele weitere rote Erfolge aus Österreich folgen“, verspricht Muhr.

Weinverkostung in Corona-Zeiten

Corona-bedingt als Erfolg entpuppten sich übrigens Muhrs digitale Weinverkostungen: „Die Teilnehmer wählen die Weine aus, und wir schicken sie zu ihnen nach Hause. Am vereinbarten Termin haben wir alle gleichzeitig die Weine im Glas und verkosten per Video-Konferenz miteinander", erklärt die Winzerin. Mehr dazu unter www.dorlimuhr.at

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